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Informationen für Angehörige, die einen Partner haben, der unter der Angst vor Krankheiten leidet

Ihr Partner oder ein Angehöriger leidet ständig unter der Angst vor einen schweren Erkrankung? Sie fühlen sich hilflos, weil Sie nicht wissen, wie Sie reagieren sollen? Sie fragen sich, ob und was Sie tun können?

Ich möchte Ihnen in diesem Beitrag einige Strategien vorschlagen, mit denen Sie Ihren Partner oder Angehörigen unterstützen können.

Wie kann ich als Partner oder Angehöriger helfen?

Mein erster Tipp lautet: Schauen Sie sich zunächst die Beiträge oder Videos zur Krankheitsangst an, um besser verstehen zu können, was in Ihrem Partner vorgeht.

Was Ihrem Partner auf keinen Fall weiterhilft, ist ihm seine Beschwerden und seine damit verbundenen Ängste ausreden zu wollen. Die körperlichen Symptome sind da.

Denken Sie daran: Ihr Partner ist kein eingebildeter Kranker. Er ist krank. Seine Krankheit besteht darin, dass er panische Angst hat, an einer tödlichen Krankheit zu leiden. Er leidet unter der Angst vor Krankheiten. Seine Angst ist irrational und übertrieben, in seinen Augen ist die Bedrohung jedoch sehr real.

Signalisieren Sie Ihrem Partner also, dass Sie sein Problem ernst nehmen und wissen, dass er krank ist.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Sie sich auf endlose Gespräche über Symptome und möglicherweise tödliche Krankheiten einlassen sollten.

Lassen Sie sich nicht von ihm zum Komplizen seiner angstvollen Sorgen machen, indem Sie mit ihm nach Erklärungen für seine Symptome suchen oder ihn immer wieder ermutigen, doch einen Arzt aufzusuchen, um seine Beschwerden abzuklären.

Ermutigen Sie ihn vielmehr in solchen Momenten immer wieder mit Nachdruck, eine Therapie, genauer gesagt, eine kognitive Verhaltenstherapie, zu machen. Dies ist momentan die erfolgreichste Therapiemethode bei Ängsten dieser Art.

Unterlassen Sie es auch, Ihren Partner immer wieder nach seinen Beschwerden zu fragen. Sie lenken dadurch die Aufmerksamkeit Ihres Partners erneut auf seinen Körper und seine Beschwerden.

Sammeln Sie bitte auch keine Zeitungsberichte über körperliche Behandlungsmöglichkeiten für Ihren Partner. Wenn Ihr Partner Sie immer wieder frägt, ob Sie glauben, dass er ernsthaft krank sei, erinnern Sie ihn daran, dass sein Problem die Angst und nicht sein Körper ist.

Wenn Ihr Partner dazu neigt, sich zu schonen, d.h. er sich körperlich immer weniger bewegt, dann ermutigen Sie ihn immer wieder, raus zu gehen und vielleicht sogar leichten Sport zu treiben. Durch die körperliche Betätigung bekommt er wieder mehr Vertrauen in seinen Körper.

Ich weiß, es ist schwierig und kommt einem Drahtseilakt gleich, das richtige Maß von Zuwendung und Abblocken von Krankheitsgesprächen zu finden. Das gelingt nicht immer und Ihre Geduld wird sicher öfters auf eine harte Probe gestellt. Seien Sie also nicht zu streng mit sich selbst, wenn Ihnen mal der Faden reißt. Verlangen Sie nicht Unmenschliches von sich.

Generell sollten Sie immer Eines bedenken: Eine Hilfe, die die Unselbständigkeit Ihres Partners und seine Fixierung auf Krankheiten fördert und verstärkt, ist keine Hilfe – auch wenn es Ihrem Partner durch Ihre Hilfe vielleicht kurzfristig besser geht.

Nehmen Sie ihm also keine Erledigungen oder Aufgaben ab, die er selbst erledigen könnte. Je mehr Sie ihm abnehmen, umso mehr verlässt er sich nämlich auf Sie und je mehr er sich auf Sie verlässt, umso unselbständiger wird er. Außerdem bestärken Sie ihn durch eine zu große Rücksichtsnahme in seinem Glauben, er sei tatsächlich krank und brauche Schonung.

Ich wünsche Ihnen viel Kraft, Ihren Partner zu begleiten, und dass sie beide bald wieder mehr Ihre Partnerschaft genießen können.

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