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Alle Beiträge zum Thema Angst vor Ablehnung

Was versteht man unter der Angst vor Ablehnung? Was sind ungeeignete Strategien, um eine Ablehnung zu vermeiden?

Folgen der Angst vor Ablehnung. Die zwei Einstellungen, die für die Angst, abgelehnt zu werden, verantwortlich sind.

Wie entsteht die Angst, abgelehnt zu werden?

Wann sollte man eine Therapie machen und was erwartet einen, wenn man eine Therapie macht?

Angst vor Ablehnung - wie sie sich äußert

Es gibt wahrscheinlich kaum eine Frage, die Menschen mehr beschäftigt, ängstigt und quält als die Frage: was denken die anderen von mir? Und für viele Menschen ist eine Ablehnung gleichbedeutend mit einem Weltuntergang. Sie empfinden eine Ablehnung als extrem schmerzhaft und vernichtend.

Ingeborg, eine Betroffene, schildert ihre Erfahrungen so:

Frau Angst vor Ablehnung

Ich habe furchtbare Angst, dass mich jemand ablehnt. Wenn das passiert, ist es immer so, als ob die Welt untergeht. Ich weiß, dass dem nicht so ist, aber ich fühle mich so.

Deshalb will ich immer allen Menschen alles recht machen. Ich richte mich oft nach dem, was andere wollen und nehme zu viel Rücksicht auf andere. Ich bleibe dabei natürlich auf der Strecke.

Wenn ich jemanden grüße und der grüßt nicht zurück, denke ich sofort, dass es an mir liegt oder derjenige hat was gegen mich.

Sagt mir Jemand was Negatives, grübele ich tagelang und habe Schuldgefühle.

Ich achte auf jedes Wort und jeden Blick der anderen und habe ständig das Gefühl, die Leute mustern oder reden über mich. Ich getraue mich überhaupt nicht mehr, auf andere zuzugehen, weil ich Angst habe, sie könnten einen Fehler bei mir finden.

Wie ist es möglich, dass eine Ablehnung einem Weltuntergang gleichkommt? Wenn wir eine Ablehnung als Weltuntergang ansehen, dann ist es verständlich, dass wir nach Mitteln und Wegen suchen, uns zu schützen. Wir eignen uns Strategien an, die uns vor dem vernichtenden Gefühl der Ablehnung bewahren sollen. Schauen wir uns diese an.

Ungeeignete Strategien um eine Ablehnung zu vermeiden

Es gibt 2 Strategien, die wir anwenden, um unseren Mitmenschen keine Angriffsfläche für eine Ablehnung zu bieten.

Die eine Strategie besteht darin, dass wir besonders lieb, höflich und angepasst sind - und dabei natürlich selbst viel zu kurz kommen. Wenn wir tun, was andere von uns erwarten, dann kann uns schließlich keiner böse sein – so hoffen wir.

Wir spielen die Graue-Maus-Rolle und halten uns im Hintergrund, um nicht aufzufallen. Wer nicht auffällt, kann auch nicht kritisiert werden. Wir wagen nichts Neues, denn wer nichts will, kann auch nicht scheitern. Wir stellen keine Forderungen, äußern keine Kritik und lassen uns vieles gefallen.

Die 2. Strategie, um anderen keine Angriffsfläche zu bieten, besteht darin, in Allem perfekt sein zu wollen. Wir wollen alles perfekt erledigen, uns perfekt kleiden, uns perfekt benehmen, perfekt aussehen, perfekt schminken. Wenn man alles perfekt macht, dann kann einen schließlich auch niemand kritisieren und ablehnen – so denken wir.

Und unsere Rechnung geht meist scheinbar auch auf. Unser Perfektionsstreben wird von anderen honoriert und gewürdigt. Wir bekommen viele Streicheleinheiten – die wir uns ja alle so sehnlichst wünschen.

Das Fatale an dieser Strategie ist jedoch, dass wir uns durch unser Streben nach Perfektion unter einen enormen Erfolgsdruck setzen. Die Angst, die vielleicht immer höheren Erwartungen der anderen doch eines Tages zu enttäuschen, treibt uns rastlos an und lässt uns nicht zur Ruhe kommen. Die Folge sind oft eine seelische und körperliche Überforderung verbunden mit dem Risiko, an Burnout oder einer Zwangsstörung zu erkranken.

Trotzdem: einen perfekten Schutz gibt es nicht, weder durch die erste, noch durch die zweite Strategie. Die Angst vor Ablehnung bleibt und beeinflusst unser ganzes Denken, Fühlen und Handeln.

Ingeborg drückte es so aus:

Frau Angst vor Ablehnung

Die Angst, dass man mich in einem schwachen Moment durchschauen könnte, Angst, gesehen zu werden, als das, was ich bin, - ein Versager, ein schlechter Mensch, jemand, der eigentlich nur Fehler hat - diese Angst begleitet mich immer.  Ich fühle mich bedroht - ein einziges falsches Wort von mir könnte genügen, um den anderen die Augen zu öffnen.

Dieses ständige Gefühl der Bedrohung lässt uns nicht zur Ruhe kommen und hat vielfältige Auswirkungen auf unser Denken, Fühlen und Handeln. Schauen wir uns diese im nächsten Beitrag an.

Folgen der Angst vor Ablehnung. Die zwei Einstellungen, die für die Angst, abgelehnt zu werden, verantwortlich sind.

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