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Höhenangst

Von Höhenangst spricht man dann, wenn wir beim Blick in die Tiefe eine unangemessene oder unbegründete Angst haben, die Kontrolle zu verlieren und abzustürzen. Dies kann uns auf Aussichtstürmen, Terrassen, Brücken, Berggipfeln, in den oberen Etagen von Hochhäusern, ja sogar auf einer Leiter passieren.

Eine gewisse Angst vor Höhen ist eine biologisch sinnvolle Alarmreaktion unseres Körpers, die schon bei Kleinkindern vorhanden ist. Schließlich ist unser Leben in Gefahr, wenn uns der Boden unter den Füßen entzogen wird und wir in die Tiefe stürzen.

Dieses Alarmsystem unseres Körpers, ist jedoch bei jedem Menschen unterschiedlich sensibel. D.h. beim einen springt es früher an als beim anderen. Während manchen schon die Knie zittern, wenn sie beim Fensterputzen höher stehen als auf einem kleinen Hocker, kommt bei anderen erst die Angst hoch, wenn sie im Gebirge am Rande eines steilen Abgrundes stehen und keinen Halt haben.

Ob die Angst in einer bestimmten Situation angemessen ist oder nicht, ist im Grunde nicht wichtig. Wichtig ist nur: behindert uns diese Angst, dann können wir durch ein entsprechendes Training die Schwelle, wann unser biologisches Alarmsystem anspringt, höher setzen. D.h. wir können die Angst vor Höhen überwinden und diese durch eine Art Respekt vor der Höhe ersetzen, der uns davor bewahrt, leichtsinnig zu werden.

Was ist der Höhenschwindel?

Wenn wir in großer Höhe nach unten schauen, dann können wir einen Höhenschwindel verspüren. Ein Höhenschwindel – auch als Entfernungsschwindel oder Vertigo Syndrom bezeichnet -  ist eine Gleichgewichtsstörung, die sich in einem leichten Schwanken des Körpers äußert. Sie ist darauf zurückzuführen, dass unser Gehirn widersprüchliche Informationen von den Sinnesorganen bekommt. Schließen wir die Augen, dann hört dieser Schwindel wieder auf, da dann unser Gehirn keine widersprüchlichen Informationen mehr bekommt.

D.h. der Höhenschwindel ist eine normale Reaktion, die man sich jedoch - ebenso wie die Höhenangst - abtrainieren kann.

Können organische Faktoren eine Rolle spielen?

Neben dem Höhenschwindel als biologischem Auslöser für eine Höhenangst, kann auch eine organische Ursache der Auslöser sein. Das ist zwar selten aber möglich. Nach einer Erkrankung des Innenohres z.B., kann das Gleichgewichtsorgan dauerhaft geschädigt sein. Also erst mal den Ohrenarzt konsultieren, ehe Sie zu einem Psychotherapeuten gehen.

Wie wird die Höhenangst in einer Psychotherapie behandelt?

Wenn Sie eine Verhaltenstherapie machen – wozu ich unbedingt raten würde -, dann wird Ihr Therapeut mit Ihnen sicherlich über den Zusammenhang zwischen Ihren Gedanken und Gefühlen sprechen. Sie lernen, wie Sie durch ängstliche Gedanken Ihre Angst aufbauen und verstärken, aber auch, wie Sie Ihre Angst lindern und abbauen können, indem Sie beruhigend mit sich reden.

Und vermutlich wird Ihr Therapeut Sie anleiten, ein Entspannungsverfahren, wie etwa die Progressive Muskelentspannung, zu erlernen. Diese Entspannungstechnik hilft Ihnen, die körperlichen Begleiterscheinungen Ihrer Angst zu reduzieren. Sie können so körperlich gelassener reagieren.

Ein wesentlicher Bestandteil einer Höhenangsttherapie ist die Konfrontationstherapie. Ihr Therapeut wird Sie ermuntern, sich Ihrer Angst zu stellen, indem Sie sich in die Situationen begeben, in denen Ihre Angst auftritt. Mit Hilfe geeigneter Strategien lernen Sie, in diesen Situationen mit Ihrer Angst und den als lebensgefährlich erlebten körperlichen Symptomen umzugehen. Sie erleben, dass Sie diese Situationen bewältigen können, ohne dass Ihnen etwas passiert. Sie und Ihr Körper lernen schrittweise, Höhen nicht mehr als Bedrohung anzusehen. Konkret bedeutet das: rauf auf den Fernsehturm, runterschauen, erleben wie die Angst hochkommt, die Beine weich werden und die Knie zittern, sich gut zureden und erleben, wie die Angst mit der Zeit nachlässt.

Das Konfrontationstraining ist der wichtigste Baustein einer Angsttherapie. Ziel dieses Trainings ist, dass Sie und Ihr Körper lernen, Ihrem Kopf zu vertrauen. Vom Kopf her wissen Sie, dass es unangemessen ist, in 2 Meter Höhe oder hinter einer verglasten Wand, Angst zu haben, zu Tode zu kommen. Im Konfrontationstraining lernt auch Ihr Körper, diese Tatsache zu begreifen.

Daneben machen Psychologen manchmal auch Gebrauch von der virtuellen Konfrontation mit Höhen. Sie setzen eine Brille auf, in die zwei LCD Bildschirme eingebaut sind. Auf den Bildschirmen schauen Sie dann in die Tiefe. Sie sehen Szenen, in denen Sie normalerweise Angst haben. Während Sie dies sehen und erleben, wenden Sie die zuvor eingeübten Anti-Angst-Strategien an, um die Höhenangst abzubauen. Im Anschluss an dieses Trockentraining erfolgt dann die Konfrontation mit tatsächlichen Höhen.

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