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Selbsthilfe Forum Angst
PDF Ratgeber von
Dr. Doris Wolf zu Panikattacken
Panikattacken - was versteht man darunter?
Eine Panikstörung, kann die jeder von uns bekommen? Warum leiden ausgerechnet Sie unter einer Panikstörung?
Man geht davon aus, dass es mehrere Faktoren gibt, welche die Entstehung von Panikstörungen begünstigen.
An erster Stelle steht eine persönliche Verwundbarkeit und individuell unterschiedliche körperliche Erregbarkeit.
Wir werden mit einer unterschiedlich hohen Bereitschaft geboren, auf Gefahren mit Angst zu reagieren. Man kann sich das wie bei einem Heizungsthermostaten vorstellen, der dafür sorgt, dass die Heizung anspringt, wenn eine gewisse Raumtemperatur unterschritten wird. Bei manchen Menschen ist die Schwelle, wann ihr Körper mit Angst reagiert, herabgesetzt, d.h. ihr Angstthermostat oder Belastungsthermostat ist niedriger eingestellt. Sie reagieren deshalb schneller mit Körpersymptomen auf Stress und belastende Ereignisse als andere Menschen. Ihre Blutgefäße erweitern und verengen sich leichter, ihr Blutdruck ist vielleicht instabiler, sie erleben häufiger Kreislaufschwankungen, die Bereitschaft zu schwitzen oder zu erröten ist größer.
Dann spielt, wie so oft bei psychischen Störungen, auch das Elternhaus eine Rolle.
Hinweise für eine Vererbung gibt es zwar nicht. Wohl aber kann man feststellen, dass eine Panikstörung der Mutter oder des Vaters die Entstehung bei Kindern fördern kann. Die Neigung der Eltern, ängstlich und besorgt mit der eigenen Gesundheit umzugehen, überträgt sich oft auf die Kinder. Dies kann dazu führen, dass normale und ungefährliche körperliche Unregelmäßigkeiten wie Herzstolpern und niedriger Blutdruck und damit verbundener Schwindel schneller als Gefahr interpretiert werden.
Auch ein früher Verlust eines Elternteils, eine schwere Erkrankung oder ein traumatisches Erlebnis in der Kindheit können dazu führen, dass man mit Bedrohung und Verunsicherung nicht gut umgehen kann.
Schließlich spielt unsere momentane Situation eine Rolle. Zum Auslösen der ersten Angstattacke tragen meist zwei Faktoren bei:
Unser Körper ist aus dem Gleichgewicht. Wir sind z.B. körperlich erschöpft, wir haben eine Unterzuckerung, eine Allergie, eine Schilddrüsen- oder Hormonstörung, trinken zu viel Kaffe, Tee oder Cola, haben eine Infektion, nehmen Medikamente, die Nebenwirkungen haben und verspüren daraufhin Symptome, die wir nicht kennen und die wir als bedrohlich ansehen.
Der zweite Faktor, der als Auslöser für eine Angstattacke in Frage kommt, ist eine außerordentliche seelische Belastung. Wir sind z.B. in einer Trennungs- oder Trauerphase, haben chronische Partnerschaftskonflikte, werden am Arbeitsplatz gemobbt, verlieren die Arbeit, erleiden einen Unfall, haben große finanzielle Probleme, sorgen uns um die Zukunft.
Aber nicht nur solche Ereignisse können unseren Organismus belasten und eine Panikattacke auslösen. Es kann auch ein ganz unbedeutendes kleines Ereignis sein, das in einer Phase chronischer Anspannung das Fass quasi zum Überlaufen bringt. Häufig erleben wir uns dabei als hilflos, sind wütend und trauen uns nicht, uns zu wehren. Manchmal genügt das Lesen eines Artikels über eine schwere Erkrankung oder einen Schicksalsschlag. Und manchmal tritt die erste Panikattacke sogar erst auf, wenn der Stress nachlässt.
Gleichgültig, welches nun die Auslöser sind, wir verspüren eines Tages plötzlich körperliche Symptome, die wir bis dahin so nicht kannten, die für uns Anlass zu großer Sorge sind und aus denen sich dann eine Panikstörung entwickeln kann.
Panikanfälle können auch bei anderen Angststörungen auftreten, etwa bei einer sozialen Phobie, bei spezifischen Phobien, bei einer Klaustrophobie, bei einer generalisierten Angststörung, bei einer Herzneurose oder bei einer Agoraphobie.
Sie können auch in Verbindung mit Depressionen, Psychosen oder einer Suchtmittelabhängigkeit auftreten. Und einige körperliche Beschwerden einer Panikattacke können auch auf organische Erkrankungen hinweisen beispielsweise auf eine Erkrankung der Schilddrüse oder des Herz-Kreislauf-Systems. In den seltensten Fällen liegt jedoch eine körperliche Erkrankung vor.
Das Hyperventilieren ist eine falsche Atemtechnik. Es ist eine sehr flache hechelnde Atmung. Hyperventilieren tritt häufig in Verbindung mit starken Gefühlen auf. Wir atmen schneller und/oder tiefer. Das falsche Atmen bewirkt, dass wir zu viel Sauerstoff einatmen und zu viel Kohlendioxid ausatmen.
Das Hyperventilieren kann zu einer Alarmreaktion unseres Körpers führen, die wir als Panikanfall erleben. Wir interpretieren die Symptome des Hyperventilierens wie Schwindel, Herzklopfen, Benommenheit, Schwitzen oder Kribbeln in den Händen, fälschlicherweise als Hinweis auf eine Panikattacke, einen drohenden Herzinfarkt oder eine Ohnmacht. Die Symptome sind jedoch in Wirklichkeit keinerlei Gefahr für den Körper.
In der Mehrzahl aller Fälle ist eine Hyperventilation psychisch bedingt, d.h. sie ist eine Begleiterscheinung körperlicher Erregung, hervorgerufen durch intensive Angst, Ärger, Wut.
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