Angst & Panik Beratung für Betroffene und Angehörige

Denkanstöße zur Therapie der Angst, hässlich zu sein

In diesem Video finden Sie Denkanstöße für den Umgang mit Ihrer Angst, hässlich zu sein. Ausschnitte aus einem Therapiegespräch. Was ist die Wahrheit über Sie?

Ratgeber Angst hässlich zu sein für Betroffene

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Informationen zum Ratgeber

© Dr. Rolf Merkle, Diplom-Psychologe

Vielleicht haben Sie schon einmal über eine Therapie nachgedacht, haben den Gedanken aber wieder verworfen, weil Ihnen eine Menge Gründe einfielen, warum das nichts bringe.

Schauen wir uns einige dieser Gründe an. Ich nenne sie Stolpersteine.

Stolperstein 1

Wenn wir unter der Angst, hässlich zu sein, leiden, dann lehnen wir unseren Körper oder Teile davon meist schon viele Jahre ab. Wir hassen unseren Körper und halten uns für hässlich.

Die Reaktionen unserer Umwelt deuten wir als Ablehnung und Abscheu. Wir sind deshalb überzeugt, dass wir mit unserem Urteil über unser Äußeres Recht haben.

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Angst hässlich zu sein - Einführung

Wie äußert sich die Angst, hässlich zu sein? Soziale Folgen der Angst, hässlich zu sein.

Wie entsteht die Angst, hässlich zu sein?

Behandlung der Angst, hässlich zu sein

Informationen für Angehörige

Psychotest Angst hässlich zu sein

Wenn Sie wissen möchten, wie stark Ihre Angst, hässlich zu sein, ist, dann machen Sie den Dysmorphophobie Test

Wir glauben, dass wir nur dann attraktiv und liebenswert seien, wenn wir einen anderen Körper hätten. Nur dann, glauben wir, uns selbst annehmen zu können.

Da der Psychotherapeut uns diesen Wunsch auf einen anderen Körper aber nicht erfüllen kann, versprechen wir uns auch nichts von einer Therapie. Dies ist jedoch ein Irrglauben.

Ihr Problem ist nicht Ihr Aussehen, sondern die negative Bewertung und Überbewertung der Bedeutung Ihres Aussehens.

Und die Bewertung Ihres Aussehens und den Blickwinkel auf sich können Sie ändern - jederzeit.

Stolperstein 2

Als Grund dafür, dass Tamara lange zögerte, eine Therapie zu machen, nannte sie den folgenden.

Ich hatte Angst davor, mich annehmen zu müssen. Was ist, wenn einmal die Zeit kommt,  wo ich in den Spiegel schaue und mir denke "Du bist ganz okay, wie du bist."

Davor hatte ich eine Scheiß Angst, dann gehöre ich nicht mehr zu den Loosern und bin vielleicht alleine. Dann bin ich wie andere, vielleicht oberflächlich, vielleicht sogar eingebildet, vielleicht ein Mobber oder sonst was Schreckliches. Was ist dann von mir noch übrig? Ich kenne mich ja nicht anders.

Verständlich, wenn es Ihnen ähnlich geht. Die Angst, gesund zu werden, kann damit zusammenhängen, dass die Dysmorphophobie auch eine Art Schutz bietet: Schutz vor Kritik und Konflikten, Schutz davor, sich Problemen stellen zu müssen und zu versagen.

Wenn dieser Schutz wegfällt, dann fühlt man sich erst mal hilflos. Wie Sie damit umgehen können, wird sicherlich Bestandteil Ihrer Therapie sein.

Andererseits ist es ganz verständlich, dass Sie sich nur schwer vorstellen können, wie es ist, all Ihre momentanen Ängste und Probleme nicht mehr zu haben.

Schließlich nimmt Ihre Selbstablehnung einen so großen Raum in Ihrem Leben ein, dass erst mal ein riesiges Vakuum entsteht, ganz viel Freiraum, den es zu füllen gibt.

Keine Sorge: Sie werden diesen Freiraum füllen. Sie werden sich von einer zentnerschweren Last befreit fühlen und Ihr Leben führen, tun, was Sie vielleicht schon immer tun wollten, sich aber nicht getraut haben.

Sie werden es genießen, Sie werden sich genießen, Sie werden die anderen Menschen genießen.

Sie werden neue Lebensinhalte finden, die für Sie ein Gewinn sind. Sie werden Ihrem alten Leben keine Träne nachweinen.

Stolperstein 3

Vielleicht denken Sie: Ich habe kein Vertrauen in Psychologen.

Nun, ich weiß nicht, ob Sie schon einmal schlechte Erfahrungen gemacht haben und deshalb so denken.

Wenn dem so ist, geben Sie sich und einem anderen Psychologen eine zweite und wenn nötig dritte Chance.

Die Chemie muss stimmen - keine Frage, aber warum sollte der erste der Richtige sein?

Wenn Sie noch bei keinem Psychologen waren und so denken, nun, dann gehen Sie mal in sich und schauen, welche Vorurteile Sie haben und ob diese Ihnen helfen.

Sie können so weitermachen, sich bemitleiden und ein angsterfülltes Leben führen oder einen Versuch wagen.

Die Entscheidung liegt bei Ihnen. Ich hoffe, dass Sie sich und die Hoffnung auf ein besseres Leben nicht aufgeben und aktiv werden.

Therapiegespräch Fortsetzung

Fortsetzung des Therapiegesprächs aus dem obigen Video. Sie werden Zeuge einer Sinnestäuschung, die Ihnen zu denken geben sollte.

Denkanstöße zum Umgang mit Ihrer Krankheit

Im Folgenden werde ich einige typische Gedanken von Menschen aufgreifen, die Angst haben, hässlich zu sein und ich werde einige recht provokante Denkanstöße geben.

Das ist meine Absicht. Ich will Sie aufrütteln und anregen, kritisch über Ihre Krankheit nachzudenken.

Betroffene, die an Dysmorphophobie leidet Ich fühle mich ständig als die hässlichste Person auf der Welt.

Wenn Sie sich ständig abgrundtief hässlich fühlen, dann gibt es dafür nur eine Erklärung: Sie denken ständig, Sie seien abgrundtief hässlich. Und weil Sie so denken, fühlen Sie auch so.

Wo ist der Beweis für Ihre Hässlichkeit? Klar, Sie haben Ihre Gründe, die schiefe Nase oder was auch immer, aber wer - außer Ihnen - sagt, dass Sie hässlich sind?

Wo steht geschrieben, dass eine schiefe Nase einen entstellt und man deshalb hässlich ist?

Warum vertrauen Sie Ihrem Urteil mehr, als dem Ihrer Freunde, Bekannten oder Ärzte?

Es mag ja sein, dass Teile Ihres Gesichtes - oder was auch immer Sie beanstanden - nicht perfekt sind. Mir geht es um Ihre Schlussfolgerung, aufgrund Ihres nicht perfekten Aussehens hässlich zu sein.

Gäbe es denn noch andere Schlussfolgerungen, etwa der Art: Ich bin nur zu 50%, 70% oder 90% perfekt.

Könnte man nicht auch schlussfolgern, Sie seien einfach nur stinknormal, so wie die meisten Männer oder Frauen, die nie einen Schönheitswettbewerb gewinnen würden?

Ich kann mich nur annehmen, wenn ich anders aussehe

Ich will es mal so formulieren: Sie wollen sich nur annehmen, wenn Sie anders aussehen: Sie haben die Entscheidung getroffen, sich erst annehmen zu wollen, wenn Sie anders aussehen.

Das ist Ihr gutes Recht. Wenn Sie wollten, könnten Sie jedoch beschließen, sich trotz Ihres Äußeren anzunehmen.

Sie könnten beschließen, sich trotz Ihrer Hässlichkeit liebenswert und akzeptabel zu finden.

Ja, das geht. Denn die Bedingungen, wann Sie sich für liebenswert oder ablehnenswert halten, diese Bedingungen stellen Sie auf - und niemand anderer.

Und weil Sie diese Bedingungen aufstellen, können Sie diese auch ändern, wenn Sie das wollen. Dazu kann Sie niemand zwingen. Ihre Gedanken sind frei.

Behinderte, die gelernt haben ihre Behinderung anzunehmen und damit umzugehen, können und tun das. Warum nicht auch Sie?

Ob man liebenswert ist, so wie man ist, oder ob man ablehnenswert ist, das muss und kann jeder selbst entscheiden.

Ich will Ihnen das an einem Beispiel verdeutlichen. Sie könnten beschließen, sich immer dann als reich anzusehen und sich reich zu fühlen, wenn Sie 10000 EURO auf dem Konto haben.

Sie könnten sagen: immer wenn ich 10000 EURO auf dem Konto habe, bin ich reich, wenn ich weniger auf dem Konto habe - und wenn es nur 10 Cent weniger sind, dann bin ich arm.

Wenn Sie diese Regel aufstellen, dann fühlen Sie sich mal reich oder arm, je nachdem, wieviel Geld Sie gerade auf dem Konto haben.

Genausogut könnten Sie aber auch sagen, ich fühle mich reich, wenn ich 50000 EURO auf dem Konto habe. Oder Sie könnten beschließen, erst ab 1 Million EURO reich zu sein.

Wo Sie die Grenzen setzen, ist Ihnen überlassen, d.h. es liegt an Ihnen, wann Sie sich reich fühlen und Sie haben die Freiheit, die Grenzen jederzeit nach oben oder unten zu verschieben.

Auf jeden Fall, wäre Ihre Entscheidung, sich erst ab einem bestimmten Betrag als reich anzusehen, eine rein willkürliche und persönliche Entscheidung!

Darauf kommt es mir an. Genau das Gleiche trifft nämlich auf Ihre persönliche Entscheidung zu, sich erst annehmen zu können, wenn Sie anders aussehen.

Ich bin nur attraktiv, wenn ich anders aussehe

Lassen wir das mal so stehen. Sie dürfen so denken. Das ist ihr gutes Recht. Aber warum sprechen Sie anderen dieses Recht ab? Warum unterstellen Sie anderen, diese lügen oder heucheln, wenn diese sagen, dass Sie attraktiv sind?

Warum dürfen andere nicht einen anderen Geschmack haben als Sie und etwas schön und attraktiv finden, das Sie selbst für hässlich halten?

Also ich finde das ganz schön überheblich von Ihnen, wenn Sie Ihre Schönheitsideale zum Maßstab aller Dinge machen und andere als Lügner oder Schleimer hinstellen, nur weil diese etwas schön finden, das Sie hässlich finden.

Gottseidank sind die Geschmäcker verschieden. Nur so gibt es eine Vielfalt an unterschiedlichen Angeboten und das macht das Leben abwechslungsreich und bunt.

Hätten alle Menschen den gleichen Geschmack, dann gäbe es nur einen Kleidungsstil bzw. eine Marke, dann gäbe es nur eine Automarke und ein Modell, dann gäbe es nur rothaarige oder blonde Menschen, je nachdem was eben der Geschmack wäre.

Gott wie langweilig. Ich bin für die Artenvielfalt - nicht nur im Tierreich.

Also bitte: lassen Sie den anderen ihren Geschmack und gestehen denen zu, etwas schön zu finden, das Sie hässlich finden und hören auf, diese als Lügner und Heuchler hinzustellen.

Das haben die anderen nicht verdient, von Ihnen beschimpft und niedergemacht zu werden, nur weil diese einen anderen Geschmack haben.

Seien Sie tolerant und gestehen anderen ihre eigene Meinung zu. Einverstanden?

Ich bin hässlich. Ich habe nicht diese Krankheit Dysmo, wo man sich nur einbildet, hässlich zu sein.

Ich hatte mal eine Klientin. Sie war magersüchtig. Sie wog nur noch 35 kg bei einer Größe von 175cm. Trotzdem, wenn sie in den Spiegel schaute, dann sagte sie sich: Dicker kannste eigentlich nicht sein.

Sie bestand nur noch aus Knochen und Haut und trotzdem sah sie im Spiegel eine dicke Person. Wenn andere entsetzt die Hände über dem Kopf zusammenschlugen und ihr sagten, sie sei spindeldürr, dann glaubte sie denen nicht.

Wie ist das möglich? Wie kann jemand, der nur noch aus Haut und Knochen besteht, beim Blick in den Spiegel von sich behaupten, er sei dick.

Jeder außer dem Magersüchtigen sieht, dass er kein Gramm Fett mehr auf den Rippen hat.

Es gibt nur eine logische Schlussfolgerung: seine Augen belügen ihn offensichtlich. Er sieht nicht, was da ist, sondern sieht das Bild, das er von sich im Kopf hat und auf diesem Bild ist er dick. Was bedeutet das für Sie?

Sie können Ihren Augen nicht trauen. Was Sie sehen, ist das, was Sie sehen wollen!

Ihre Wahrnehmung wird von Ihren Einstellungen, Vorurteilen und Ihrer Erwartung beeinflusst.

Schauen Sie sich das Video zur Magersucht an und Sie verstehen, was ich meine.


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