Verhaltenstherapie bei Angst und Panik

Verfahren der Verhaltenstherapie bei der Behandlung von Angst- und Panikstörungen werden vorgestellt. Was erwartet Sie in einer Therapie?

Dieses Video informiert, welche therapeutischen Verfahren bei der Behandlung von Angst und Panik eingesetzt werden. Sie erhalten allgemeine Informationen zu Behandlungsmöglichkeiten.

Wenn Sie unter Angst und Panikattacken leiden, dann sollten Sie sich ein Herz fassen und eine Therapie machen. Je früher Sie Hilfe suchen, umso schneller können Sie Ihre Angst überwinden! Damit Sie wissen, was Sie in einer Psychotherapie erwartet, möchte ich Ihnen die wichtigsten Bausteine einer Angst- und Paniktherapie vorstellen.

Für die Therapie von Angst- und Panikstörungen ist die Verhaltenstherapie, insbesondere die kognitive Verhaltenstherapie, die erste Wahl. Diese Methode erzielt die besten und schnellsten Erfolge bei der Behandlung von Angst und Panik.

Welche verhaltenstherapeutischen Verfahren wendet ein Psychologe an?

Im Rahmen einer Kognitiven Verhaltenstherapie werden im Allgemeinen die folgenden Verfahren bei der Behandlung von Angststörungen angewendet:

Kognitive Verfahren

Angst und Panikgefühle sind körperliche Reaktionen, die durch Angst- und Panikgedanken ausgelöst werden. Wenn wir etwas als gefährlich, als lebensgefährlich bewerten, dann reagiert unser Körper mit Angst.

In der Psychotherapie lernen Sie deshalb den Zusammenhang zwischen Ihren Angstgedanken und Angstgefühlen kennen. Sie erfahren, wie Sie durch Ihre ängstlichen Gedanken und die Angstgefühle in einen Teufelskreis gelangen, der oft in Panikattacken endet.

Und Sie lernen Methoden der Gedankenkontrolle, wie etwa die Gedanken-Stop-Methode, um Ihre Angstgedanken und den Teufelskreis der Angst während einer Attacke zu kontrollieren oder zu unterbrechen.

Ein weiterer wichtiger Baustein der Angst- und Paniktherapie ist das

Konfrontationstraining

Das Konfrontationstraining ist zusammen mit den kognitiven Verfahren der wichtigste Baustein jeder Angst Therapie. Im Konfrontationstraining geht es darum, dass Sie sich Ihrer Angst und den Situationen stellen, vor denen Sie Angst haben.

Ziel dieses Trainings ist, dass Sie erkennen, dass Ihre Angst- und Panikreaktionen ungefährlich sind und dass Ihre Angst nachlässt, wenn Sie die Angst zulassen. Das größte Problem bei fast allen Angststörungen ist, dass die Betroffenen alle Situationen meiden, in denen ihre Angst und Panik auftreten könnten. Gerade aber durch die Meidung werden die Angst- und Panikgefühle am Leben erhalten und gestärkt.

Das Konfrontationstraining ist anstrengend, aber unumgänglich und sehr wirksam. Sicherlich erlernen Sie in einer Therapie auch ein

Entspannungsverfahren

In der Regel wird die Progressive Muskelentspannung empfohlen, da diese Methode sehr leicht zu erlernen ist. Dieses Entspannungsverfahren wirkt zuverlässig und ohne langes Üben. Und schließlich werden Sie sich in einer Therapie auch

Problemlösefähigkeiten aneignen

Je nach Angststörung lernen Sie Problemlösestrategien, wie Sie mit Stress, seelischen, familiären und beruflichen Belastungen und Konflikten umgehen können. Sie lernen vielleicht soziale Fertigkeiten wie Small Talk, lernen mentale Stressbewältigungsstrategien, lernen Nein zu sagen, sich durchzusetzen, und vieles mehr.

Allgemeine Informationen zur Therapie von Angst- und Panikstörungen

Je nach Angststörung erfolgt die Psychotherapie in Einzelsitzungen und/oder Gruppensitzungen. Die Therapie kann ambulant erfolgen. Bestehen die Angst- und Panikstörungen schon viele Jahre, kann der Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik angebracht sein. Es gibt in vielen Städten auch sogenannte Sozialambulanzen, die eine Therapie anbieten.

Die Kosten für eine ambulante oder stationäre Therapie werden von den Kassen übernommen. Da die meisten Psychotherapeuten sehr ausgelastet sind, muss in der Regel mit einer Wartezeit gerechnet werden.

Psychotherapeuten finden - Psychotherapie machen

Sie können direkt mit einem Psychotherapeuten Ihrer Wahl Kontakt aufnehmen und einen Termin vereinbaren. Sie benötigen also keine Überweisung von Ihrem Hausarzt. Generell sind die Erfolgschancen einer Psychotherapie umso größer, je früher Sie psychologische Hilfe in Anspruch nehmen.

Eine medikamentöse Therapie sollte bei Angst- und Panikstörungen nur zum Einstieg in eine Psychotherapie erfolgen. Der Grund hierfür ist, dass Medikamente, die therapiebegleitend genommen werden, den Erfolg einer Psychotherapie gefährden können. Nach Absetzen der Medikamente kommt es häufig zu Rückfällen.

Die Erfolgschancen einer Angst Therapie mit Hilfe der kognitiven Verhaltenstherapie sind sehr gut.

Für viele Betroffene ist auch der Austausch in einem Angstforum sehr hilfreich und entlastend. Sie erfahren nicht nur, dass andere dieselben Probleme haben, sie bekommen dort auch Zuspruch und Hilfestellungen.

Und nach einer Therapie hilft der Austausch in einem Forum, das Gelernte zu festigen. Indem man anderen hilft, hilft man auch sich selbst. Nutzen Sie die Möglichkeiten, die Ihnen eine Kognitive Verhaltenstherapie bieten kann. Es gibt Hilfe.

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