Angst & Panik Beratung für Betroffene und Angehörige

Angst vor Verantwortung

Erwachsen sein bedeutet, Verantwortung zu übernehmen und für das, was man tut, gerade zu stehen. Warum haben viele Menschen Angst vor Verantwortung? Dieses Video gibt Antworten.

Wenn wir jung sind, dann können wir es kaum erwarten, endlich erwachsen zu sein. Dann, so denken wir, können wir unser Leben selbstbestimmt gestalten, können uns selbst verwirklichen und niemand kann uns gängeln.

Erwachsen werden hat aber auch seine Schattenseiten, denn es bedeutet, Verantwortung zu übernehmen und für das, was man tut, gerade zu stehen und zur Rechenschaft gezogen werden zu können.

Doch damit haben viele Menschen Probleme. Sie wollen einerseits die Freiheiten, haben aber andererseits Angst vor der Verantwortung, die damit verbunden ist. Sie verbinden mit Verantwortung viel Negatives und Gefährliches.

Sie denken, wenn man Verantwortung übernimmt, dann

Hinter der Angst vor Verantwortung steckt letztlich die Angst, etwas falsch zu machen, d.h. zu versagen, und für sein Versagen zur Rechenschaft gezogen zu werden.

Dabei übersehen wir jedoch, dass wir auch die Verantwortung für das haben, was wir nicht tun!

Tun wir nichts, aus Angst, das Falsche zu tun und dafür bestraft zu werden, dann können wir auch für die Unterlassung zur Rechenschaft gezogen werden, so etwa, wenn wir bei einem Unfall keine Erste Hilfe leisten.

Nachteile, wenn wir keine Verantwortung übernehmen

Wenn wir Angst vor Verantwortung haben, dann haben wir dadurch viele persönliche und berufliche Nachteile.

So haben nicht wenige Menschen Angst, eine Beziehung einzugehen und Kinder zu bekommen, weil sie Angst vor der Verantwortung haben, die eine Familie mit sich bringt.

Gleichzeitig sehnen sie sich aber nach einer engen Beziehung und Nähe, Bedürfnisse, die dann unerfüllt bleiben.

Im Beruf drücken sie sich vor der Übernahme verantwortungsvoller Aufgaben und haben so berufliche und finanzielle Nachteile.

Keine Verantwortung zu übernehmen hat im persönlichen Bereich viele Nachteile.

Wenn wir für uns und unser Leben nicht die Verantwortung übernehmen, in dem wir anderen die Schuld für unser Unglücklichsein geben, - nach dem Motto: wenn die anderen anders wären, dann ginge es mir besser - dann machen wir uns zum Opfer der Umstände und anderer Menschen.

Solange sich die Umstände und Menschen nämlich nicht ändern, ändert sich auch nichts an unserer Situation.

Und das hat fatale Folgen für unser seelisches Befinden. Wir fühlen uns sehr oft hilflos und anderen ausgeliefert, wir sind oft verzweifelt und deprimiert und wir haben einen Hass auf die anderen, dass diese so mit uns umspringen.

Erst wenn wir die Verantwortung für unsere Gefühle und unser Leben übernehmen, befreien wir uns aus der Opferrolle und können unser Leben nach unseren Vorstellungen gestalten.

D.h. Verantwortung für das eigene seelische Befinden und das eigene Glück zu übernehmen ist die Voraussetzung für ein erfülltes und erfolgreiches Leben.

Wie entsteht die Angst, Verantwortung zu übernehmen?

Die Angst vor der Übernahme von Verantwortung ist gelernt. Gewöhnlich führen uns unsere Eltern langsam an die Verantwortung heran.

Das beginnt vielleicht damit, dass wir unseren Teller vom Tisch abräumen oder den Müll hinaustragen müssen.

Wir ernten Lob, wenn wir die Verantwortung für uns aufgetragene Aufgaben übernehmen, gleichzeitig erleben wir aber auch, dass wir bestraft werden, wenn uns ein Missgeschick passiert oder wir etwas vergessen, das man uns aufgetragen hat.

Je nachdem, wie wir eine Bestrafung erlebt und verarbeitet haben, entwickelten wir ein gestörtes Verhältnis zur Verantwortung.

Mussten wir einige Male schmerzhaft erleben, dass Ehrlichkeit sehr unangenehme Folgen und Nachteile hat, dass quasi der Ehrliche der Dumme ist, dann haben wir uns angewöhnt, zu lügen und uns so aus der Verantwortung zu stehlen.

Wir wurden erfinderisch im Erfinden von Ausreden und Ausflüchten - nur um der Verantwortung und der Bestrafung zu entgehen.

Wenn wir bei Fehlern und Misserfolgen Vorwürfe bekamen und bestraft wurden, wenn unsere Eigeninitiative sehr oft mehr Nachteile als Vorteile hatte, dann entwickeln wir die Einstellung, dass man besser nichts tut, weil, dann kann man auch nicht dafür verantwortlich gemacht werden.

Wie mit der Angst vor Verantwortung umgehen?

Was tun, wenn man Angst vor Verantwortung hat? Wie mit der Angst vor Verantwortung umgehen? Antwort auf diese Fragen gibt dieses Video.

© Dr. Doris Wolf, Diplom-Psychologin

Wir müssen zwischen der Verantwortung für uns und der Verantwortung für andere unterscheiden.

Wenn Sie mehr Verantwortung für sich und Ihr Handeln übernehmen wollen, dann können Sie an Ihrer Einstellung zu Ihren Gefühlen ansetzen.

Wer ist für Ihre Gefühle verantwortlich? Die anderen oder Sie? Letztlich sind Sie es, der sich seine Gefühle macht, nicht die anderen.

Diese Erkenntnis ist 2000 Jahre alt und geht auf Epiktet zurück, der sagte: Es sind nicht die Dinge, die uns beunruhigen, sondern unsere Sicht der Dinge.

Ihre Sicht der Dinge, Ihre Einstellungen entscheiden, ob Sie zufrieden oder unzufrieden, hoffnungsvoll oder hoffnungslos, ängstlich oder vertrauensvoll sind.

Wenn Sie von dieser Freiheit Gebrauch machen, dann fühlen Sie sich als der Kapitän Ihres Lebens und sind weniger abhängig von anderen und deren Meinung.

Es würde den Rahmen dieses Beitrages sprengen, wenn ich Ihnen alles über Gefühle und wie man sie beeinflusst, erzählen würde.

In den weiteren Informationen zum Thema Verantwortung übernehmen finden Sie Informationen, die darüber informieren.

Wenn Sie die Verantwortung für Ihre Gefühle übernehmen, dann fällt es Ihnen auch leichter, die Verantwortung für Ihr Handeln zu übernehmen. Warum? Nun, weil Sie dann unabhängig vom negativen Urteil der anderen sind.

Sie nehmen dann eine Ablehnung nicht mehr persönlich, weil Sie diese nicht mehr als Angriff auf Ihre Person werten.

Sie lassen sich dann keine Schuldgefühle mehr machen und können im Brustton der Überzeugung sagen: Ich habe getan, was ich für richtig hielt. Ich bin jedoch nicht perfekt und deshalb mache ich auch Fehler.

D.h. es macht Ihnen dann nicht mehr so viel aus, Fehler zu machen und das erleichtert Ihnen die Übernahme der Verantwortung für Ihr Handeln.

Und je mehr Sie die Verantwortung für Ihre Gefühle und Ihr Handeln übernehmen, umso besser sind Sie auch in der Lage, die Verantwortung für andere, etwa die Familie oder die Kinder, zu übernehmen. Warum?

Weil Sie wissen, dass nicht Sie für die Gefühle und das Glück der anderen verantwortlich sind, dafür also keine Verantwortung haben. Alles, was Sie tun können, ist die anderen nach bestem Wissen und nach Ihren Möglichkeiten zu unterstützen.

Vielleicht haben die anderen aber Bedürfnisse und Wünsche, die Sie nicht kennen oder nicht erfüllen wollen. Wenn dem so ist, dann können und müssen die anderen entscheiden, wie sie damit umgehen.

Jeder ist für seine Bedürfnisse und deren Befriedigung selbst verantwortlich. Wenn andere uns dabei behilflich sein wollen, schön. Wenn nicht, dann müssen wir selbst Sorge dafür tragen.

Der Vorwurf der anderen, wir seien rücksichtslos und egoistisch, wenn wir ihre Bedürfnisse nicht erfüllen, ist purer Egoismus und dient nur unserer Manipulation.

Wir sollen Schuldgefühle bekommen und so gefügig gemacht werden.

Übrigens. Ich übernehme keine Verantwortung für meine Worte und Tipps. Das kann ich auch nicht. Wieso? Nun, weil Sie die Verantwortung haben, was Sie annehmen und ablehnen und es in Ihrer Verantwortung liegt, wie Sie meine Worte und Tipps umsetzen.

D.h. nur weil ich ein Experte für seelische Probleme und Krisen bin, entbindet Sie das nicht von jeglicher Verantwortung.

Oder gehören Sie zu den Menschen, die ihrem Navigationsgerät im Auto blindlings vertrauen und auf Anweisung der freundlichen Stimme geradeaus fahren, obwohl vor Ihnen ein Fluss ist? Ich hoffe nicht.

Wenn man das Denken komplett anderen überlässt, dann darf man sich nicht wundern, wenn man plötzlich nasse Füße bekommt. Für sich selbst denken und überdenken, was man tut, ist auch Teil der Verantwortung für einen selbst.

Ob wir es wollen oder nicht, ob wir es akzeptieren oder nicht, wir tragen immer die Verantwortung für unser Tun und auch für das, was wir nicht tun oder unterlassen, zu tun.

Der Wert der Freiheit liegt darin, nicht tun zu müssen, was man nicht tun will. Die Freiheit, etwas nicht zu tun, hat natürlich ihren Preis: wir müssen mit den Konsequenzen leben, die unsere Entscheidung hat.

Ich wünsche Ihnen den Mut und die Kraft, mehr Verantwortung für Ihr Handeln und Ihr Leben zu übernehmen. Alles Gute.

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