Angst & Panik Beratung für Betroffene und Angehörige

Angst vorm Alter und Älterwerden überwinden

Die Jahre gehen an niemandem spurlos vorrüber und je älter man wird, umso weniger können wir die Spuren des Alters vertuschen. Wie damit umgehen? Antwort darauf gibt dieses Video.

© Dr. Doris Wolf, Diplom-Psychologin

Wir müssen uns zwangsläufig mit den Veränderungen, die das Älterwerden mit sich bringt, auseinandersetzen.

Die Jahre gehen an niemandem spurlos vorrüber und je älter man wird, umso weniger können wir die Spuren des Alters vertuschen.

Es gibt vieles, was wir nicht mehr oder nicht mehr in der Intensität tun können. Unser Körper verändert seine Form, meldet sich immer einmal wieder mit Missempfindungen oder vielleicht sogar Schmerzen.

Es wachsen Haare an Stellen, an denen man sie nicht brauchen kann, dafür fallen sie an anderer Stelle aus, wo man sie gerne behalten würde.

Wir benötigen vielleicht alle paar Jahre eine Nummer größer in der Kleidergröße und der Blick in den Spiegel zeigt Falten und graue Haare.

Da uns von vielen Seiten, insbesondere von Firmen mit Schönheitsprodukten und Aufbauprodukten immer wieder suggeriert wird, dass man in unserer Gesellschaft sehr viel Wert auf Aussehen und Jugendlichkeit legt, Wissen und Reife dagegen weniger zählen, haben wir Angst, in manchen Bereichen nicht mehr gefragt zu sein und sind es tatsächlich oft auch nicht.

Wie soll man damit fertig werden?

Tatsache ist: wir können das Älterwerden nicht aufhalten und noch so viele Gesichtscremes, Botox Spritzen und kosmetische Eingriffe ändern nichts daran, dass wir älter aussehen und es werden. Der Verfall schreitet unaufhörlich voran.

Fakt ist aber auch: Unsere Einstellungen zum Alter und zum Älterwerden haben einen Einfluss darauf, wie wir aussehen und wie wir uns fühlen.

Und wie wir uns fühlen, hat auch einen Einfluss darauf, was wir ausstrahlen. Fühlen wir uns alt, dann strahlen wir das auch aus.

Wir lassen uns selbst alt aussehen durch unsere negativen Einstellungen zum Alter.

Die Angst vor dem Älterwerden machen wir uns selbst, in unserem Kopf.

Das Alter bzw. das Älterwerden machen uns keine Angst. Wir machen uns Angst, weil wir mit dem Älterwerden viel Negatives verbinden.

Um die Angst vorm Älterwerden abzubauen, müssen wir unsere Einstellungen zum Alter ändern.

TIPP 1: Zunächst geht es hierbei darum, akzeptieren zu lernen, dass alles im Leben einer Veränderung unterliegt.

Wir können den Prozess des älter aussehens vielleicht verlangsamen, aber nicht aufhalten. Solange wir der Jugend nachtrauern, solange wir uns beklagen und bemitleiden, dass wir älter werden, solange können wir das Älterwerden nicht akzeptieren.

Das Älterwerden zu akzeptieren fällt uns leichter, wenn wir unseren Blick darauf lenken, welche Möglichkeiten uns in jedem Lebensabschnitt offen stehen.

Und das sind viele, wenn wir uns nicht einreden, das Leben sei gelaufen.

Eine hilfreiche Einstellung könnte so aussehen: Ich tue, was ich kann. Ich lasse mich nicht behindern und mir vorschreiben, was man in einem bestimmten Alter tut oder nicht tut.

TIPP 2: Sehr hilfreich ist es, uns Menschen zu suchen, die für uns ein Vorbild im Alter sein können - und davon gibt es viele.

Enorm wichtig ist: nie aufhören, neugierig zu sein. Nie aufhören, offen zu sein für Neues. Nie aufhören, seine Grenzen zu testen. Nie aufhören, dazu zu lernen.

Denn leben und am Leben bleiben heißt wachsen und sich verändern.

Wenn wir aufhören zu wachsen, dann hören wir erst seelisch auf, zu leben und dann auch körperlich.

Wenn wir uns aufs Abstellgleis stellen, weil wir uns suggerieren, alt zu sein oder zu alt für dieses oder jenes, dann dürfen wir uns nicht wundern, wenn das Leben an uns vorbeirauscht.

Wenn wir jedoch daran teilnehmen und somit ein Teil des Lebens sind, dann werden wir von ihm aufgesogen und fühlen uns lebendig.

Und dann spielt es keine Rolle mehr, wie jung oder alt wir an Jahren sind. Denn das Lebendigfühlen fühlt sich in jedem Alter erfrischend jung an.

Sich verlieben löst bei einem 20-jährigen dieselben Glücksgefühle und Schmetterlinge im Bauch aus, wie bei einem 60-jährigen.

In einer Aufgabe aufgehen ist für 20-jährige ebenso befriedigend wie für 60-jährige.

Das Alter ist das, was wir daraus machen.

TIPP 3: Wenn Sie Angst vorm Älterwerden haben, weil Sie sich ausmalen, welche Krankheiten und Gebrechen Sie bekommen könnten, dann fragen Sie sich, welchen Sinn solche Sorgen und Befürchtungen haben.

Verhindern Ihre Sorgen das Befürchtete? Helfen Ihnen Ihre Sorgen, mit dem Befürchteten besser umzugehen, wenn es eintritt? Nein. Durch solche Befürchtungen rauben Sie sich nur Ihre momentane Zufriedenheit.

Sorgen sind nur hilfreich, wenn unsere Befürchtungen sehr wahrscheinlich sind und wir etwas tun können, ihr Eintreffen zu verhindern, oder zumindest Vorsorge treffen können für den Fall der Fälle.

Statt uns zu sorgen, macht es Sinn, unseren Blick darauf zu lenken, was wir im Augenblick genießen können, und darauf zu vertrauen, dass wir bei zukünftigen Problemen eine Lösung finden werden.

Wir können nicht wählen, ob wir altern, aber wir können unsere Einstellung zum Älterwerden wählen.

Ich hoffe, Sie können sich für eine positive Einstellung zum Alter entscheiden und so Ihr Leben auch im Alter genießen.

Für die Qualität unseres Lebens und den Spaß im Leben ist das Alter unerheblich, solange wir immer das Beste aus dem machen, was wir haben.

Alexis Carrel, ein französischer Arzt, drückte es einmal so aus: Es kommt nicht darauf an, dem Leben mehr Jahre zu geben, sondern den Jahren mehr Leben.

In diesem Sinne: leben Sie und vergessen Ihr Alter. Dann bleiben Sie jung in Ihrem Herzen und haben Spaß.


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