Angst vorm Erbrechen 2: Symptome

Die Angst zu erbrechen macht sich im Denken Fühlen unserem Körper und Verhalten bemerkbar. Symptome und Folgen der Angst vorm Erbrechen.

Bei Menschen mit Emetophobie nehmen die Angst, die Gedanken an das Erbrechen und Schutzvorkehrungen einen großen Raum ein. Wie sich die Angst im Alltag äußert, erfahren Sie in diesem Video.

Erbrechen ist für viele Menschen nicht sehr angenehm, für Menschen, die unter einer Emetophobie leiden, ist es jedoch ein Horror. Bei Emetophobikern nehmen die Gedanken an das Erbrechen, die Angst vor dem Erbrechen und entsprechende Schutzvorkehrungen einen sehr großen Raum ein.

Merkmale und Symptome

Gefu?hle

Das dominierende Gefu?hl bei einer Emetophobie ist natu?rlich die Angst. Wir haben Angst, dass uns u?bel werden und wir erbrechen ko?nnten. Wir haben Angst, das Erbrechen nicht kontrollieren zu ko?nnen, ihm ausgeliefert zu sein.

Wir haben Angst, zu ersticken, uns zu blamieren, wenn wir vor anderen erbrechen, andere erbrechen zu sehen und wir haben panische Angst, eine Magen-Darm-Grippe zu bekommen, welche von Erbrechen begleitet sein kann.

Unser Selbstwertgefu?hl leidet sehr, weil wir uns hilflos gegenu?ber unserer Angst fu?hlen, unser Verhalten als gesto?rt ansehen, oftmals von anderen nicht verstanden und ernst genommen werden, ja vielleicht sogar verspottet werden. Wir verspu?ren Schuldgefu?hle, weil wir oft Termine absagen und Krankenbesuche meiden.

Denken

Unser Denken dreht sich in erster Linie darum, dass wir uns ausmalen, wie wir in der O?ffentlichkeit oder, wenn wir alleine, sind erbrechen, wie schrecklich es wa?re, wenn andere in unserer Gegenwart erbrechen wu?rden.

Wir qua?len uns sta?ndig mit Gedanken, welche Orte und Gegebenheiten uns gefa?hrlich werden ko?nnten. Wir bewerten Magendruck, Vo?llegefu?hl und U?belkeit als Hinweis auf bevorstehendes Erbrechen. Wir scannen unsere Umgebung sta?ndig auf mo?gliche Gefahren ab: Sehen andere krank aus? Ko?nnten wir uns anstecken?

Ko?rperliche Symptome

In Situationen, in denen uns u?bel werden und wir erbrechen ko?nnten, verspu?ren wir aufgrund der Angst ko?rperliche Symptome wie Herzrasen, U?belkeit, Atemnot, Durchfall, Schweißausbru?che, Engegefu?hl in der Brust, Schwindel, Schluckbeschwerden, ja vielleicht sogar panikartige Anfa?lle. Unsere a?ngstlichen Gedanken und Gefu?hle haben weitreichende Auswirkungen auf fast alle Lebensbereiche.

  • So leiden unsere sozialen Kontakte, weil wir Situationen meiden, in denen uns u?bel werden und wir oder andere erbrechen ko?nnten.
  • In Zeiten, in denen eine Magen-Darm-Grippe umgeht, meiden wir den Kontakt mit anderen.
  • Wir lassen uns nicht auf feste Verabredungen ein, weil wir nicht wissen, wie es uns dann geht oder sagen Verabredungen kurzfristig wegen U?belkeit ab.
  • Wir meiden kleine Kinder, Schwangere und Kranke, weil diese sich u?bergeben ko?nnten.
  • Wir beobachten a?ngstlich die Menschen in unserer Umgebung, ob diese krank aussehen und meiden den Kontakt zu diesen Personen.
  • Unser Umgang mit dem Essen und den Nahrungsmitteln leidet, weil wir nicht mehr unbeschwert mit Nahrungsmitteln und dem Essen umgehen ko?nnen.
  • So essen wir nur Lebensmittel, von denen wir glauben, dass sie uns bekommen, und meiden Nahrungsmittel wie Eier, Geflu?gel oder rohes Fleisch.
  • Wir essen vor bestimmten Ereignissen nichts - wenn man nichts isst, kann man auch nichts erbrechen. Wir essen selten in Restaurants, weil wir nicht sicher sind, ob das Essen hygienisch einwandfrei ist.
  • Wir essen sehr wenig, um uns nicht wegen U?beressens u?bergeben zu mu?ssen. Wir essen vielleicht nach Plan und halten einen Mindestabstand von 4 bis 5 Stunden zwischen den Mahlzeiten ein.
  • Und wir u?berpru?fen zwanghaft das Mindesthaltbarkeitsdatum von Nahrungsmitteln.
  • Unsere Bewegungs- und Handlungsfreiheit ist erheblich eingeschra?nkt.
  • Wir verzichten vielleicht auf Reisen weil uns u?bel werden ko?nnte oder wir uns anstecken ko?nnten, aber auch weil wir aus dem Flugzeug oder der Bahn nicht jederzeit flu?chten ko?nnen, wenn uns schlecht wird.
  • Wir meiden Krankenha?user, um uns nicht mit Keimen zu infizieren, die uns erbrechen lassen ko?nnten.
  • Wir suchen in jeder Situation nach Abfalleimern, Waschbecken oder Toiletten, in die wir uns u?bergeben ko?nnen.
  • Wir gehen nie ohne Brechtu?ten oder Medikamente wie Vomex aus dem Haus.
  • Wir waschen uns oft die Ha?nde, insbesondere, wenn eine Magen-Darm-Grippe umgeht oder etwas kontaminiert gewesen sein ko?nnte, was wir angefasst haben.
  • Wir wa?hlen keinen Beruf, bei dem die Wahrscheinlichkeit groß ist, mit dem Erbrechen konfrontiert zu werden - wie etwa bei Lehrern, Polizisten, Flugbegleitern, Kinderga?rtnerinnen, A?rzten.
  • Notwendige Zahnarzttermine schieben wir vielleicht vor uns her.

Generell ko?nnen wir nicht mehr genießen, es uns nicht mehr gutgehen lassen und uns nicht mehr entspannen, da wir sta?ndig in Alarmbereitschaft sind. Die Lebensqualita?t ist gleich null. Geht es Ihnen a?hnlich? Kennen Sie solche Gefu?hle, Gedanken, Ko?rperreaktionen und Verhaltensweisen auch?

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