Angst vorm Erbrechen 3: Ursachen

Hier lernen Sie die Ursachen Ihrer Angst zu erbrechen kennen und erfahren den Unterschied zwischen Angstübelkeit und körperlich bedingter Übelkeit.

Warum habe ich eine Emetophobie? fragen sich die meisten Betroffenen. In diesem Video erfahren Sie mehr über die möglichen Ursachen der Angst vor dem Erbrechen. Außerdem kommen Betroffene zu Wort.

Wie bei allen Angststörungen können sich hinter der Emetophobie unterschiedliche Ursachen verbergen. Manche Betroffene sagen, sie hätten die Emetophobie aufgrund einer schlimmen Erfahrung als Kind oder Jugendlicher entwickelt. Manchmal beschreiben Betroffene auch mehrere Erfahrungen, die zusammengenommen zur Entwicklung ihrer Emetophobie geführt haben.

Elisabeth, eine Betroffene, erza?hlt:

Bei mir ha?ngt das mit dem Zwang zusammen, dass ich als Kind Dinge essen musste, die ich nicht mochte und ich mich deswegen ha?ufig u?bergeben habe - und dann auch noch dafu?r bestraft wurde – einmal in einem Restaurant, wo ich nicht raus durfte, obwohl mir u?bel war und auch wa?hrend einer Busfahrt - beide Male wurde ich ausgelacht und musste in Gegenwart der anderen alles sauber machen und bekam anschließend noch Strafe dafu?r.

Wenn wir als Kind solche Erfahrungen machen, dann kann uns das gewaltig zu schaffen machen, wenn wir diese Erfahrungen nicht richtig verarbeiten. Unser Selbstwertgefu?hl leidet darunter und wir entwickeln die Angst, uns nicht mehr unter Kontrolle zu haben, etwas zu tun, was andere missbilligen und dafu?r bestraft und abgelehnt zu werden.

Wieder andere Betroffene sagen, sie ko?nnten sich an keine schlimmen Erlebnisse in der Kindheit erinnern. Ihnen sei schon schlecht, seit sie denken ko?nnen. Sie sehen den Grund fu?r ihre Angst in perso?nlichen Problemen, etwa darin, dass sie mit Druck von außen nicht umgehen ko?nnen.

Bei ihnen entsteht schnell das Gefu?hl von Fremdbestimmung, dass sie etwas nicht mehr freiwillig machen, sondern weil es von anderen erwartet wird. Sie haben einen Unwillen gegen alles, was ihnen von außen auferlegt wird und zu dem sie sich verpflichtet fu?hlen – und das kotzt sie an. Ihnen fehlt das Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein, ein selbstbestimmtes Leben zu fu?hren.

Tina beschreibt das so:

Die Ursache meiner Emo liegt in einer großen Angst vor dem Leben. Diese Lebensangst soll mich vor Schlimmem abschotten. Ich fu?hlte mich als Kind oft u?berfordert und mit meinen Problemen nicht nur allein gelassen, sondern sogar fu?r sie verantwortlich gemacht und bestraft. Das hat das Vertrauen zu meinen Mitmenschen zersto?rt, und natu?rlich auch das Vertrauen in mich. Ich fu?hlte mich dem Leben nicht mehr gewachsen.

Ich wollte leben und genießen wie alle anderen auch, hatte aber Angst davor. Das fu?hrte zu einem Teufelskreis aus weiterer Angst und Versagensgefu?hlen. Meine Eltern und Freunde reagierten auf meinen sozialen Ru?ckzug mit Versta?ndnislosigkeit und Ablehnung.

Ist die Angst zu kotzen vielleicht also Ausdruck eines mangelnden Urvertrauens und eines damit verbundenen geringen Selbstvertrauens?

Wenn uns das Vertrauen fehlt, dass man weiß, „egal, wie du dich anstellst, was du machst, du bist gut, wie du bist und wir lieben dich“, wenn uns dieses Vertrauen und damit das Selbstvertrauen verloren gegangen sind, dann haben wir Angst, etwas zu tun oder zu sagen, was zu Ablehnung und Bestrafung fu?hren ko?nnte. Aber gleichzeitig haben wir natu?rlich auch unsere Bedu?rfnisse und Wu?nsche, die gelebt werden wollen - nur wir mu?ssen sie unterdru?cken.

Steckt hinter der Angst sich gehen zu lassen und zu kotzen vielleicht letztlich die Angst, sich auszukotzen, d.h. zu sagen, was man selbst will, Nein zu sagen und Grenzen zu setzen und dafu?r abgelehnt zu werden? Ist die Angst zu kotzen letztlich die Angst, etwas Unpassendes zu sagen, sich der Dinge zu entledigen, die man nicht haben und verdauen kann?

Die Angst zu erbrechen ist nicht das eigentliche Problem. Sie ist nur ein Symptom, die Folge perso?nlicher und unverarbeiteter Probleme, mit denen man nicht klarkommt.

Ursachen der Angst vorm Erbrechen (Emetophobie)

Übelkeit ist für Menschen mit Angst vor dem Erbrechen bedrohlich. In diesem Video lernen Sie den Unterschied zwischen Angst-Übelkeit und körperlich bedingter Übelkeit kennen.

Übelkeit - die Folge von Angst

Viele Emetophobiker denken, dass die Übelkeit das größte Problem sei, das es zu überwinden gilt: Wäre ihnen nicht übel, hätten sie auch keine Angst. Das ist ein Trugschluss! Tatsächlich ist das Grundproblem die permanente Angst vor dem möglichen Erbrechen. Aufgrund dieser Angst wird dem Emetophobiker schlecht.

Jeder von uns kennt das: Haben wir vor etwas gehörig Angst, dann schlägt uns das auf den Magen oder wir haben zumindest ein flaues Gefühl im Magen. Da Übelkeit aber mit Erbrechen einhergehen kann, führt die angstbedingte Übelkeit dazu, dass die Angst vor dem Erbrechen noch größer wird und einem damit noch schlechter wird.

Ein Teufelskreis. Das ist so, als würde man Öl ins Feuer kippen - die Flammen würden immer größer werden. Schauen wir uns einmal den Teufelskreis der Angst an.

Es beginnt damit, dass Sie etwas belastet. Die Folge ist: Die Belastung schlägt sich bei Ihnen in Übelkeit nieder. Sie verspüren eine psychisch bedingte Übelkeit, ein flaues Gefühl im Magen. Sie haben daraufhin Angst, sich erbrechen zu müssen. Die Angst, die zur Panik werden kann, verstärkt die Übelkeit Daraufhin werden die Angst und Panik, zu erbrechen, noch größer.

Tina beschreibt das so:

Ich dachte immer, dass mir vom Essen oder einfach so aus heiterem Himmel übel wird, aber dem ist nicht so. Seit ich mich und meine Gedanken genauer beobachte, weiß ich, dass die Übelkeit eine andere Ursache hat.

Meine Übelkeit ist Ausdruck meiner Angst. Meine Übelkeit ist die Folge ständiger Angespanntheit und Nervosität, meiner ständigen Angst. Mein Magen reagiert auf die Angst, die Anspannung, die unregelmäßige und mangelhafte Ernährung. Ohne Angst keine Übelkeit. Die Angst ist zuerst da.

Die durch die Angst hervorgerufene Übelkeit kann sich genauso anfühlen als ob man etwas gegessen und nicht vertragen hat. Es liegt einem etwas im Magen, aber nicht etwas Unverdauliches, Unverträgliches oder Verdorbenes, sondern unsere Probleme und die damit verknüpfte Angst.

"Woher weiß ich, ob meine Übelkeit durch meine Angst oder von etwas Unverträglichem kommt?" werden Sie nun vielleicht fragen. Diese Unterscheidung können Sie recht einfach treffen.

Unterschied zw. psychosomatischer Übelkeit (Angstübelkeit) & körperlicher Übelkeit

Viele Betroffene sagen, sobald sie gelernt haben, die Angstübelkeit von der richtigen Übelkeit zu unterscheiden, hätten sie kaum noch Probleme. Woran erkennt man also eine körperlich bedingte Übelkeit?Bei körperlich bedingter Übelkeit

  • zittert man nicht, sondern ist ruhig. Zittern ist eher Ausdruck von Angst.
  • hat man nicht nach einer halben Stunde wieder Hunger.
  • kann man sich beim besten Willen nicht vorstellen, sein Lieblingsgericht zu essen; der Gedanke daran löst schon einen Brechreiz aus. Bei Angstübelkeit kann man etwas essen, ohne dass einem schlechter wird.
  • kann man noch nicht einmal etwas Essbares riechen, ohne das Gefühl zu verstärken, sich erbrechen zu müssen.
  • bleibt die Übelkeit, auch wenn man sich durch fernsehen oder andere Tätigkeiten ablenkt. Angstübelkeit wird dadurch besser, dass man sich ablenkt und gedanklich mit Worten wie „Alles in Ordnung“ beruhigt.

Man könnte sagen: Ihre Übelkeit ist so lange eine Angstübelkeit, bis Sie wirklich kotzen müssen. 

Gehen Sie IMMER davon aus, dass es eine psychosomatische Übelkeit ist, die Sie verspüren. Damit verhindern Sie, dass Sie sich reinsteigern und sich die Übelkeit dadurch verschlimmert.

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