Angst vorm Erbrechen 4: Therapie

Infos was Sie in einer Therapie erwartet wenn Sie sich wegen der Angst zu erbrechen (Emetophobie) in psychologische Behandlung begeben.

Die Angst, zu erbrechen, kann zu erheblichen Einschränkungen des Alltags, zu Essstörungen und vielen weiteren Problemen führen. Wann die Angst, zu erbrechen, behandelt werden sollte, erfahren Sie in diesem Video.

Wer unter einer Angst zu erbrechen leidet, steht meist unter starkem Leidensdruck und sein Alltag ist erheblich eingeschränkt. Die Sorge um das Erbrechen schluckt einen großen Teil der Aufmerksamkeit und Energie. Wenn man sich immer mehr isoliert oder sogar der ganze Lebenssinn in Frage gestellt ist, dann sollte man dringend Kontakt zu einem Psychotherapeuten aufnehmen.

Konkret heißt das: nehmen Sie Kontakt zu einem Therapeuten auf, wenn Sie

  • merken, dass Sie eine Esssto?rung entwickeln, wenn Sie also aus Angst vor dem Erbrechen die Nahrungsaufnahme so stark reduzieren, dass es zu Mangelerna?hrung und Untergewicht kommt.
  • sich unregelma?ßig und einseitig erna?hren und infolge dessen Verdauungsbeschwerden wie Durchfall, Bla?hungen und Verstopfung haben.
  • ha?ufig zu Antibrechmitteln oder Beruhigungsmitteln greifen.
  • sich ta?glich und rund um die Uhr nur noch mit der Mo?glichkeit des Erbrechens bescha?ftigen und an nichts anderes mehr denken ko?nnen.
  • soziale Kontakte immer mehr meiden und andere Ihnen vorwerfen, Sie seien ein Spielverderber und Miesepeter.
  • aufgrund von Angst vor Ansteckung zwanghaft auf Hygiene achten, d.h. sich z.B. ta?glich mehr als u?blich, die Ha?nde waschen oder mehrmals die gleichen Lebensmittel auf ihr Verfallsdatum hin u?berpru?fen.

Wie wird die Angst, zu erbrechen, behandelt?

Sie ko?nnen lernen, mit der Angst vor dem Erbrechen umzugehen. Wie die Angst, zu erbrechen, behandelt wird und was Sie in einer Therapie erwartet, sind die Themen dieses Videos.

In einer Therapie, insbesondere in einer kognitiven Verhaltenstherapie, ko?nnen Sie lernen, mit der Angst, dass Ihnen u?bel werden und Sie erbrechen ko?nnten, umzugehen. Dies werden Ihnen viele Emetophobiker besta?tigen. Was erwartet Sie in einer Therapie?

Zusammen mit Ihrem Therapeuten werden Sie vermutlich zuna?chst schauen, ob sich in Ihrer Vergangenheit eine Erkla?rung fu?r Ihre Erkrankung finden la?sst. Mo?glich, dass Sie hierbei fu?ndig werden. Es kann aber auch sein, dass nicht. Wie auch immer die Suche ausgeht, fu?r Ihre Therapie hat das keine großen praktischen Konsequenzen.

Ein Schwerpunkt Ihrer Therapie wird na?mlich darin bestehen, die Prinzipien der Angstentstehung und Bewa?ltigung kennenzulernen und anzuwenden. D.h. Ihr Therapeut wird sich mit Ihnen u?ber das Wesen der Angst unterhalten: wie Sie diese erzeugen, wie Sie diese versta?rken und wie Sie diese mental bewa?ltigen und kontrollieren ko?nnen.

Da alle Theorie grau ist, liegt ein weiterer Schwerpunkt Ihrer Therapie darin, sich Ihrer Angst zu stellen. Angst kann man nur besiegen, wenn wir uns ihr stellen, wenn sie auftritt. Wenn wir flu?chten, wenn wir uns ablenken, ko?nnen wir nicht lernen, mit der Angst umzugehen. D.h. Ihr Therapeut wird Sie auffordern, sich mit Ihrer Angst zu konfrontieren und sie zu spu?ren.

Konkret bedeutet das: Sie werden sich in die Situationen begeben, die Sie aus Angst vor dem Erbrechen gemieden haben. Sie mu?ssen sich die Chance geben, zu erleben, dass die U?belkeit eine Begleitung Ihrer Angst ist und Ihre Angst, zu erbrechen, unbegru?ndet ist.

Und selbst wenn Sie erbrechen sollten, ko?nnen Sie lernen, damit umzugehen. Das gibt Selbstvertrauen. Schließlich wu?rden Sie doch auch nach einem Autounfall weiter Auto fahren, oder?

Vielleicht wird Ihnen Ihr Therapeut auch Bilder mit Menschen zeigen, die erbrechen oder Sie in der Realita?t mit solchen Situationen konfrontieren. Sie werden sich diese Bilder so lange ansehen, bis Ihnen diese gleichgu?ltig sind und Sie bei deren Anblick nichts mehr empfinden - außer vielleicht einem kleinen Ekel, der aber vo?llig normal ist.

D.h.: Sie mu?ssen eine Menge unangenehmer Gefu?hle und Gedanken in Kauf nehmen - aber das tun Sie ja bereits jetzt schon.

Ihr Therapeut wird Sie vermutlich auch auffordern, Ihr Sicherheitsdenken und Verhalten aufzugeben, sprich, ohne Kotztu?te oder Medikamente aus dem Haus zu gehen, oder ga?nzlich auf die Einnahme von Antibrechmitteln zu verzichten.

Vielleicht wird Ihr Therapeut mit Ihnen auch u?ber Ihre Angst vor dem Kontrollverlust sprechen. Warum haben Sie Angst, die Kontrolle zu verlieren? Kontrolle ist ein Ausdruck von Misstrauen. Letztlich geht es um Vertrauen, um den Verlust der inneren Sicherheit.

Warum fehlt Ihnen dieses Vertrauen? Schritt fu?r Schritt ein Vertrauen aufbauen, und so das u?bersteigerte Kontrollbedu?rfnis in puncto Erbrechen aufgeben. Je nach Ihrer psychischen Verfassung, wird Ihr Therapeut mit Ihnen auch u?ber Ihr Selbstvertrauen sprechen und Ihnen zeigen, wie Sie dieses sta?rken ko?nnen.

Vielleicht sind auch Selbstbewusstsein und selbstsicheres Auftreten ein Thema, denn wie ich bereits gesagt habe: die Angst zu erbrechen ist vielleicht nur ein Schutz. Dahinter verbergen sich mo?glicherweise andere A?ngste. Wenn man sta?ndig Angst hat - und sei es nur unbewusst - dann ist das fu?r den Ko?rper ein Dauerstress.

Versta?ndlich wenn einem irgendwann dieser Stress auf den Magen schla?gt und es einem u?bel wird und das erst recht, wenn man sich dann noch unregelma?ßig erna?hrt oder zu wenig isst oder bei jedem Bissen Angst hat, man ko?nnte etwas essen, von dem einem schlecht werden ko?nnte.

Wenn selbst jeder Bissen eine Gefahr darstellt, weil einem u?bel werden ko?nnte, man nicht mehr unbeschwert essen und trinken kann, dann ist das ein zusa?tzlicher Stressfaktor, der auf den Magen schla?gt.

Deshalb wird Ihr Therapeut Ihnen sicherlich empfehlen, ein Entspannungsverfahren wie die Progressive Muskelentspannung zu erlernen, um die durch Ihre sta?ndige Angst im Ko?rper hervorgerufenen Stressreaktionen abzubauen.

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