Die Arten der Konfrontationstherapie

In einer Angst- und Paniktherapie können verschiedene Formen des Konfrontationstrainings zum Einsatz kommen. Welche das sind schauen wir uns hier an.

Die Arten der Konfrontationstherapie

Es gibt verschiedene Formen der Konfrontationstherapie, die wir uns hier anschauen.

Gestufte Konfrontationstherapie

Bei der Gestuften Konfrontationstherapie konfrontieren wir uns in kleinen Schritten mit den Situationen, vor denen wir Angst haben.  Vorteil: Wir können uns langsam daran gewöhnen, die Situation bewältigen zu können. Unser Vertrauen wird schrittweise aufgebaut. Von Nachteil ist, dass es sehr lange dauern kann, bis wir uns wieder alle Bereiche zurückerobert haben. Bei der gestuften Reizkonfrontation dauert es meist zwischen 6 Wochen bis zu einem halben Jahr, bis sich ein ausreichender Therapieerfolg einstellt.

Die gestufte Konfrontationstherapie wird bei der Behandlung von Phobien, die nicht mit Panikattacken verknüpft sind, bei Zwangsstörungen und Posttraumatischen Belastungsstörungen eingesetzt. Wir können sie auch selbst einsetzen, wenn wir ohne Therapeut unsere Angst überwinden wollen. Geeignet ist die gestufte Konfrontationstherapie auch für Menschen, die sehr erschöpft und stressempfindlich sind und zu Überforderung neigen.

Massierte Konfrontationstherapie

Bei der Massierten Konfrontation springen wir sofort ins kalte Wasser und gehen gleich in die für uns schwierigste Situation. Vorteil: Wir erleben sehr schnell, dass wir mit der Situation und unseren Gefühlen umgehen können. Nachteil: Es kostet uns Mut und Überwindung, denn wir wollen im Grunde ja die Angst auslösenden Situationen vermeiden.

Diese Form der Konfrontation wird auch Reizüberflutung oder Flooding genannt.

Bei der massierten Reizkonfrontation wird ganz intensiv geübt - meist mindestens 4-6 Stunden täglich für mindestens 1-3 Tage. Die massierte Konfrontation wird besonders bei Panikattacken, Agoraphobien, Tierphobien und sozialen Phobien eingesetzt, wenn sie mit Vermeidung verknüpft sind.

Konfrontation in sensu

Bei der Konfrontation in sensu konfrontieren wir uns in der Vorstellung mit den Situationen, die uns Angst machen. Beispielsweise wird sie bei der Behandlung der generalisierten Angststörung (Zukunftsangst) eingesetzt. Hier stellen wir uns täglich mindestens eine halbe Stunde lang eine Sorgensituation vor. Wir malen uns ganz lebendig die schlimmsten Konsequenzen, die wir befürchten, aus - und zwar in allen Sinnesbereichen. Wir denken unsere Katastrophengedanken zu Ende, statt sie abzubrechen.

Konfrontation in vivo

Bei der Konfrontation in vivo konfrontieren wir uns in der Realität, in unserem Alltag mit Angst auslösenden Situationen und unseren Gefühlen.

Virtuelle Konfrontation

Bei der virtuellen Konfrontation konfrontieren wir uns nicht in der Realität mit den Angst auslösenden Situationen, sondern mit einer Art Film. Eine Cyberbrille hilft uns dabei, uns in die Angst auslösenden Situationen hineinzuversetzen wie z.B. in ein Flugzeug oder einen Lift. Die Bilder sind so real, dass wir dieselben Gefühle und körperlichen Reaktionen verspüren wie in der Realität. Schon nach 5-10 Stunden können wir Fortschritte verspüren. Die Übung in der Realität muss sich dann aber auf jeden Fall noch anschließen.

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