Wie wird die Konfrontationstherapie in der Psychotherapie eingesetzt?

Wenn Sie aufgrund einer Angst- und Panikstörung eine Therapie machen dann wird Ihnen Ihr Therapeut das Konfrontationstraining vorschlagen. Mehr dazu in diesem Beitrag.

Wie wird die Konfrontationstherapie in der Psychotherapie eingesetzt?

In der psychotherapeutischen Praxis oder Klinik wird die Konfrontationstherapie häufig eingesetzt. Ihr Therapeut stellt Ihnen vielleicht direkt die beiden Vorgehensweisen, die massierte Konfrontation oder gestufte Reizkonfrontation, zur Wahl. Dann hängt es von Ihnen ab, ob Sie sich eher schnell und mit großer Überwindung und Mut oder lieber langsam, beginnend mit der einfachsten Situation, in die Angst auslösenden Situationen begeben.

Erfolge können Sie mit jeder Vorgehensweise erreichen.

Vor der Konfrontation analysieren Sie mit Ihrem Therapeuten genau,

  • wie Ihre Angststörung entstanden ist,
  • wie sich Ihre Angst äußert,
  • in welchen Situationen Ihre Angst auftritt,
  • welche Gedanken Ihrer Angst vorausgehen,
  • mit welchen Gedanken Sie auf Ihre körperlichen Symptome reagieren,
  • wie Sie bisher versucht haben, Ihre Angst abzubauen,
  • welche Situationen Sie meiden,
  • warum Sie gerade jetzt Ihr Verhalten verändern wollen, welche Ziele Sie haben, usw.

Sie besprechen außerdem ganz genau mit Ihrem Therapeuten, wie Sie in der Situation am besten mit Ihrer Angst und den körperlichen Reaktionen umgehen. Manchmal begleitet Sie Ihr Therapeut zunächst in die Angst auslösenden Situationen, manchmal auch eine andere Vertrauensperson, und manchmal starten Sie auch gleich alleine.

Auf jeden Fall wird Ihr Therapeut oder die Vertrauensperson sich schrittweise zurückziehen und Sie alleine in der Situation lassen. In der Angst auslösenden Situation ist ein Ziel, dass Sie Ihre Symptome lediglich beobachten, aber nicht bewerten oder dramatisieren. Bei manchen Therapieansätzen gilt das Prinzip, dass Sie die Situation erst verlassen dürfen, wenn die Angst nachgelassen hat, bei anderen können Sie selbst entscheiden, wann Sie die Situation verlassen.

Die Konfrontation kann bei Agoraphobien täglich von  2 - 5 Stunden dauern, manche Therapieansätze gehen sogar von anfangs 12 Stunden täglich aus.  Bei der Behandlung von Zwangsstörungen sind es anfangs 1 bis 2 Stunden Konfrontation. Später müssen Sie die Übungen dann selbstständig fortsetzen. Manchmal wird die Konfrontationstherapie als Einzeltherapie, manchmal in Gruppen durchgeführt. Meist bekommen Sie dann auch die Hausaufgabe, zuhause zu üben. So können Sie Ihren Fortschritt beschleunigen.

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