Soziale Angst 2: Symptome

Eine soziale Angst (Schüchternheit) hat vielfältige Auswirkungen auf unser Denken Fühlen Handeln und Körperreaktionen. Diese schauen wir uns hier an.

Wie sich eine soziale Phobie im Denken, Fühlen und im Körper äußern kann, erfahren Sie in diesem Video. Außerdem schildert ein Betroffener seine Erfahrungen mit seiner Schüchternheit.

Eine soziale Phobie hat vielfältige Auswirkungen auf unser Denken, Fühlen, Handeln und unsere Körperreaktionen. Schauen wir uns die Auswirkungen einer sozialen Phobie an.

Gedanken

Die Gedanken von Menschen mit einer sozialen Phobie kreisen ständig darum,

  • dass sie nicht in Ordnung sind und andere dies bemerken, sie sich blamieren,
  • ihr Verhalten peinlich ist,
  • andere sie auslachen, ablehnen oder kritisieren könnten, andere sie als Versager sehen könnten,
  • sie schwitzen, erröten oder zittern könnten, sie die Kontrolle verlieren könnten,
  • andere ihre Angst bemerken und geringschätzig von ihnen denken könnten,
  • andere sie meiden könnten,
  • sie mit anderen nicht zurechtkommen könnten und andere sich von ihnen abwenden könnten, wenn diese erkennen, wie sie wirklich sind.

Sie machen sich Gedanken darum,

  • was andere von ihnen denken,
  • dass sie unattraktiv oder gar hässlich sind,
  • sie nicht gut genug oder unfähig sind,
  • andere an sie Erwartungen stellen könnten, die sie nicht erfüllen könnten und andere sie durch Worte oder abweisendes Verhalten verletzen könnten.

Peter, ein Betroffener, erzählt:

Ich habe morgens immer wieder die gleichen Gedanken: Wie wird der Tag? Bin ich in Ordnung? Verdiene ich Anerkennung? Mögen mich die anderen? Lästern sie über mich? Wie komme ich bei den anderen rüber? Akzeptieren sie mich, so wie ich bin? Werden sie wieder über mich reden?

Und dann bekomme ich Angst, ich könnte auf Ablehnung stoßen. Beim Umgang mit anderen habe ich nur einen Gedanken: Was denken die von mir? Was denken sie, wenn ich mich bewege, was denken sie, wenn ich etwas sage und wie ich es sage?

Ich denke nur an die Wirkung von dem, was und wie ich etwas tue, dass ich mich gar nicht darauf konzentrieren kann, was ich eigentlich mache bzw. sage. Ich denke immer, ich mache mich irgendwie lächerlich oder blamiere mich. Ich wäre gerne auch mal locker und witzig. Aber ist bin ständig total blockiert und kann einfach nicht aus mir rausgehen.

Kommen Ihnen diese Gedanken vertraut vor? Dann kennen Sie sicher auch die nachfolgenden negativen Gefühle.

Gefühle

Das häufigste und stärkste Gefühl ist die Angst.

  • Angst vor nervösen Reaktionen wie unangebrachtem Lachen, Weinen, unkontrollierten Bewegungen oder Zuckungen im Gesicht,
  • Angst zu erbrechen, zu erröten und zu zittern, Angst vor Enttäuschung und Verletzung, Angst, andere anzusprechen,
  • Angst, anderen zu begegnen,
  • Angst, dass sich andere lustig oder lächerlich über sie machen,
  • Angst vor blöden Kommentaren,
  • Angst, dass der Gesprächsstoff ausgeht,
  • Angst, für langweilig gehalten zu werden,
  • Angst, andere könnten merken, dass sie minderwertig sind,
  • Angst, andere könnten ihnen zuschauen und sie könnten sich blamieren,
  • Angst, nicht wahrgenommen zu werden.

Hinzukommen Gefühle wie Ärger über sich selbst, dass man so sensibel ist, das Gefühl, ein Alien auf einem fremden Planeten zu sein, das Gefühl, überall unverstanden und fremd zu sein, sowie Unsicherheiten, Scham, Verlegenheit bis hin zu einer Depression. Diese Gefühle werden von eine Reihe sehr unangenehmer körperlicher Reaktionen begleitet.

Körperliche Reaktionen

Die häufigsten Symptome sind:

  • Erröten, Zittern und Schwitzen,
  • Harn- oder Stuhldrang oder Durchfall, Herzklopfen bis hin zu Herzrasen,
  • Übelkeit bis hin zu Erbrechen,
  • Atemnot,
  • Bauch- und Kopfschmerzen,
  • Nervöser Magen,
  • Anspannung, Verspannung, Verkrampfungen, Gehunsicherheiten,
  • Innere Unruhe,
  • Sprachlosigkeit,
  • Schluckbeschwerden,
  • Trockener Mund,
  • Hyperventilation,
  • Versprecher,
  • Manchmal treten auch Panikattacken auf.

 

 

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