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Selbsthilfe Forum Angst
PDF Ratgeber Generalisierte Angst von Dr. Doris Wolf
Sorgen um morgen mache ich mir übermorgen, sagte der Komiker Eddi Arent einmal.
Wenn es doch nur so einfach wäre, sich seiner Sorgen zu entledigen. Menschen, die unter einer generalisierten Angststörung leiden, können ihre Sorgen nicht auf einen anderen Tag verschieben. Die Betroffenen fühlen sich ihren Befürchtungen ausgeliefert und ihre Gedanken drehen sich wie ein Karussell mehrere Stunden am Tag um mögliche Gefahren und Bedrohungen.
Stefan, ein Betroffener berichtet:

Ich springe von einer Angst zur nächsten. Ich mache mir Sorgen um meine Familie, lese im Internet, hole mir dort über jedes Problem, das gerade anfällt, sämtliche Informationen, bis ich Panik habe.
Meinen Kindern und meiner Frau gehe ich mit meinen Ängsten und Sorgen auf den Geist.
Ich bin in vielen Dingen Experte, ob in Sachen Krankheiten oder Gefährdung durch die Umwelt wie Elektrosmog. Kein Wunder. Ich verbringe ja Stunden im Internet, um mich über all die Gefahren zu informieren.
Mache ich mir keine Sorgen, was immer nur von kurzer Dauer ist, dann bin ich fröhlich und geniesse das Leben. Aber eine Sorge löst die andere ab und dann kreisen meine Gedanken den ganzen Tag nur um dieses Problem. Ich will dann nicht mehr unter die Leute, kann nicht abschalten, beschäftige mich nur damit. Ständig sehe ich Gefahren und meine, ich müsste mich davor schützen. Ich fühle mich körperlich und seelisch schlecht dabei.
Eine generalisierte Angststörung auch Zukunftsangst genannt - zeichnet sich durch mehrere Monate lang anhaltende und übermäßige Sorgen und Befürchtungen aus, die sich um alle Lebensbereiche drehen können. Mal kreisen die Gedanken der Betroffenen um Krankheiten, das Alter, Sterben oder Unfälle, dann um die Kinder, den Partner oder Alltagsereignisse. Die Betroffenen befürchten immer, dass etwas Schlimmes passieren könnte, worauf sie keinen Einfluss haben.
Die generalisierte Angststörung beginnt meist schleichend während einer kritischen Lebensphase in Beruf oder Familie, als Folge anhaltender alltäglicher Belastungen oder auch in Verbindung mit chronischen Schmerzen.
Die ständige Beschäftigung mit den vermeintlichen oder tatsächlichen Gefahren bleibt nicht ohne Auswirkung auf das seelische und körperliche Befinden. Der Körper wird durch die Sorgen in Mitleidenschaft gezogen, da er quasi ständig in Alarmbereitschaft ist. Zu den häufigsten Beschwerden zählen Anspannung und Muskelverspannungen, Reizbarkeit, Herzrasen, Schwindel, Magenbeschwerden, Ruhelosigkeit und Nervosität, Einschlaf- und Durchschlafprobleme sowie Konzentrationsprobleme. Häufig verspürte Gefühle sind die Angst, verrückt zu werden oder durchzudrehen.
Schließlich können die Sorgen so massiv sein, dass Beruf und Partnerschaft stark in Mitleidenschaft gezogen werden.
Da die Betroffenen wegen körperlicher Beschwerden zum Arzt gehen und diesem meist verschweigen, dass sie ständig grübeln und sich Sorgen machen, wird ihre Angststörung oft nicht erkennt und sie werden medizinisch behandelt, obwohl sie eine psychologische Behandlung bräuchten.
Häufig wird die generalisierte Angststörung auch von anderen psychischen Störungen wie etwa einer spezifischen oder sozialen Phobie oder Depressionen begleitet.
Machen wir uns nicht alle von Zeit zu Zeit Sorgen? Sind Sorgen nicht ganz normal? Ja, das sind sie. Gelegentliche Sorgen kennt jeder. Zu den häufigsten Zukunftsängsten zählen die Sorgen um den Arbeitsplatz, die Kinder und die Gesundheit, die Sorgen, im Alter finanziell nicht abgesichert zu sein oder mit den technischen und beruflichen Veränderungen nicht mithalten zu können.
In der Regel können wir solche Sorgen nach einiger Zeit ausblenden oder beiseite schieben, wenn sie auftauchen. Sie sind dann vielleicht unterschwellig noch vorhanden, begleiten uns jedoch nicht den ganzen Tag. Sie belasten uns deshalb nicht sonderlich und rauben uns nicht jegliche Lebensqualität und Lebensfreude. Außerdem bestehen sie selten länger als 6 Monate.
Nicht so bei Menschen, die unter einer generalisierten Angststörung leiden. Die Betroffenen machen sich nicht nur täglich stundenlang Sorgen, sondern die Sorgen dauern wochen- und monatelang an. Sie befürchten meist gleich das Schlimmste und können die Sorgen nicht beiseite schieben und ihre Aufmerksamkeit anderen Dingen zuwenden. Sie erleben ihre Sorgen als unkontrollierbar und fühlen sich ihnen ausgeliefert. Kaum ist eine Sorge vorbei, kommt schon die nächste. Die Sorgen reihen sich wie die Perlen an einer Schnur aneinander und ergreifen vom Denken der Betroffenen Besitz. Durch die Sorgen wird Angst zu einem ständigen Begleiter. Und die Sorgen ziehen viele körperliche Beschwerden nach sich.
Die Beiträge zur generalisierten Angst
Ursachen der Generalisierten Angst
Behandlung der Generalisierten Angst
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