Angst & Panik Beratung für Betroffene und Angehörige

Platzangst Agoraphobie

Was versteht man unter einer Platzangst bzw. Agoraphobie? Wie entwickelt sich eine Agoraphobie? Betroffene berichten.

Platzangst Agoraphobie überwinden

Ratgeber Agoraphobie

142 DIN A4 Seiten im PDF Format, Preis: EURO 14,80

Tipps und Strategien für den Umgang mit der Platzangst

Informationen zum Ratgeber

© Dr. Rolf Merkle, Diplom-Psychologe

Angst ist ein natürliches, ja ein lebensnotwendiges Gefühl. Sie schützt uns jeden Tag. Sie alarmiert uns, wenn wir in Gefahr sind und uns schützen müssen.

Es gibt jedoch immer mehr Menschen, die unter übersteigerten und krankhaften Angstgefühlen leiden.

Bei diesen Menschen ist die Angst kein Warnsignal für eine Gefahr. Im Gegenteil: die Angst ist selbst zur Bedrohung geworden und verwandelt das Leben der Betroffenen in ein Gefängnis.

Wird die Angst nicht behandelt und fühlen sich die Betroffenen ihrer Angst ausgeliefert, dann steht am Ende die Vereinsamung.

Die Rede ist von der Platzangst(Agoraphobie), der häufigsten Angststörung.

Dieser Beitrag informiert Betroffene und Angehörige über die Symptome, Ursachen und die Behandlung der Agoraphobie. 

Früher verstand man unter einer Agoraphobie hauptsächlich die Platzangst, d.h. die Angst vor großen Plätzen und Menschenansammlungen.

Heute bezeichnet man als Agoraphobie die Angst, in einer ungefährlichen Situation körperliche Symptome zu verspüren, die man als bedrohlich, lebensgefährlich und/oder als sehr peinlich ansieht.

Hinzukommt die Angst, in solchen Momenten,

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Agoraphobie (Platzangst) Test

Sind Sie sich unsicher, ob Sie unter einer Agoraphobie leiden? Machen Sie den Agoraphobie Test. Dieser gibt Ihnen erste Hinweise.

Die Mehrzahl der Agoraphobien entwickeln sich aufgrund einer völlig überraschend auftretenden Angstattacke, wie das bei Sabrina, einer Klientin von mir, der Fall war.

Sabrina schildert ihren ersten Anfall so:

Eine Agoraphobie Betroffene berichtet

Ich bin in einem Supermarkt. Plötzlich wird mir ganz schwindlig. Ich gehe ganz unsicher, so als ob mich meine Beine nicht mehr tragen könnten. Ich habe das Gefühl, der Boden schwankt unter meinen Füßen. Ich kann mich kaum noch konzentrieren, keinen klaren Gedanken mehr fassen.

Mein Herz rast, ich fange zu zittern an und bekomme panische Angst, dass ich gleich umkippe und ohnmächtig werde oder einen Herzanfall bekomme. Ich fange zu schwitzen an und mein ganzer Körper fühlt sich heiß an. Ich will einfach nur noch weg, raus. Ich verlasse den Supermarkt fluchtartig.

Diese Erfahrung war für Sabrina so schlimm, dass sie fortan panische Angst hatte, im Supermarkt einkaufen zu gehen.

Als sie ein zweites Mal in einem Supermarkt einen solchen Anfall hatte, mied sie zukünftig Supermärkte und ging nur noch in kleinen Geschäften einkaufen.

Die Angst, wieder einen solchen Anfall zu bekommen, wurde zu ihrem ständigen Begleiter.

Ihre Erwartungsangst führte dazu, dass sie bald auch kleine Geschäfte mied und immer seltener aus dem Haus ging.

Sabrina schildert diese Situation so:

Sabrina eine Agoraphobie Betroffene berichtet

Ich kann fast nicht mehr außer Haus gehen. Einkaufen im Supermarkt unmöglich, keine Feste. Wenn ich zu einem Fest eingeladen werde, erfinde ich Ausreden.

Im Ausreden erfinden bin ich Weltmeister. Nur nicht weg, nicht aus meinem Haus, aus meiner gewohnten Umgebung. Fahrstühle sind ein Horror für mich, U-Bahnen noch viel mehr.

Ich kann nichts mehr, traue mir nichts mehr zu. Ich habe Panik vor vollen Gaststätten, aber auch auf leeren großen Plätzen. Schon die Vorstellung in ein Gasthaus zu gehen oder einzukaufen bereiten mir unerträgliche Angst. Nur der Gedanke daran und schon gerate ich in Panik.

Nicht diesem Druck aussetzen, kommt die Angst? Packt mich die Panik? Kippe ich um? Keine Macht über meinen Körper zu haben ist das schlimmste für mich.

Dann bleibe ich lieber zuhause. Die Angst bestimmt mein Leben. Arztbesuche sind schlimm für mich, vor allen wenn ich den Arzt nicht kenne. Und ich bin bei vielen Ärzten gewesen - Psychologen, Psychiater, Internisten, die ganze Palette.

Sabrina kam in Therapie, nachdem sie 8 Jahre mit dieser Angst gelebt hatte. Sabrinas Verhalten ist typisch für Menschen mit einer Agoraphobie.

Sie verspürte im Alltag einen Panikanfall und entwickelte daraufhin eine große Erwartungsangst vor einem neuerlichen Anfall.

Aus Angst, nochmals in eine solch unangenehme Situation zu kommen, mied sie immer mehr Situationen.

Alleine schon der Gedanke daran, aus dem Haus zu gehen, löste in ihr panische Angst aus. Sie suchte viele Ärzte auf, weil sie befürchtete, ihre körperlichen Beschwerden hätten eine organische Ursache, an der sie sterben könnte.

Sie beobachtete sich und ihren Körper sehr genau, um die Anzeichen für einen Angstanfall schon frühzeitig festzustellen und etwas dagegen tun zu können.

Anfänglich bat sie ihren Partner oder ihre Mutter, sie zu begleiten, wenn sie außer Haus ging. Mit ihnen fühlte sie sich etwas sicherer.

Später, als auch das nicht mehr half, erfand sie alle möglichen Ausreden, um zuhause bleiben zu können.

Sie hatte stets Arzneien griffbereit, falls ein Anfall kommen sollte. Für die Kontrolle ihrer Angst wendete Sabrina viel Zeit und Energie auf.

Dies führte dazu, dass sie selbst in anfallsfreien Zeiten nicht zur Ruhe kam, ständig angespannt war und kaum Erholungsphasen hatte.

Ihr Selbstvertrauen und ihr Selbstwertgefühl litten sehr unter ihrer immer größerwerdenden Unselbständigkeit, ja, sie hatte Phasen, in denen sie depressiv war und daran dachte, sich das Leben zu nehmen.

Ihre sozialen Kontakte wurden immer weniger und sie zog sich immer mehr zurück. Hinzukamen häufige Konflikte mit dem Partner, der sich überfordert fühlte.

Bei Connie war es anders. Ihre Platzangst entwickelte sich schleichend. Connie schildert ihre Situation so:

Connie eine Agoraphobie Betroffene berichtet

Angefangen hat bei mir alles vor 10 Jahren. Es fing damit an, dass ich beim Busfahren zur Arbeit Schweißausbrüche und Atemnot bekam. Ich ging zum Arzt, der meinte jedoch, er könne nichts organisches feststellen. Also hab ich "normal" weiter gemacht, bin halt aufs Auto ausgewichen. Ich hatte meist ein mulmiges Gefühl, wenn ich aus dem Haus ging, aber damit kam ich klar.

Ja, ich hatte sogar Tage, in denen es mir richtig gut ging. Ich dachte dann, dass der ganze Spuk vorbei ist. Aber dann kam die Angst vor vollen Räumen, dem Kino, Kneipen. Es gab immer mehr Orte, an die ich mich nicht mehr traute, weil ich große Angst hatte, ich könnte dort einen Anfall bekommen.

Ich lief von einem Arzt zum nächsten, ohne Erfolg. Die Neurologen behandelten mich jahrelang mit Psychopharmaka. Die Medikamente halfen mir nicht wirklich. Sie dämpften meine Angst, aber weg ging sie nicht. So ging das 10 Jahre, in denen ich mal mehr, mal weniger Angstsymptome hatte und mich mit Medikamenten vollpumpte.

Meine Lebensqualität war zeitweise sehr bescheiden, zumal mein Partner wenig Verständnis für meine Probleme hatte. Ich war überzeugt, früher oder später durchzudrehen. Das wäre dann beinahe auch geschehen.

Im letzten Jahr hatte ich viel Stress. Mein Partner hat sich von mir getrennt und meine Mutter ist gestorben. Das war zuviel für mich. Meine Angst steigerte sich ins Unermessliche. Ich litt jeden Tag Todesqualen, meine Angst hatte mich voll im Griff.

Damals dachte ich wirklich, ich müsse sterben. Ich war absolut am Ende. Ich suchte einen Neurologen auf und der gab mir endlich den entscheidenden Hinweis mit der Therapie. Er drückte mir eine Telefonnummer in die Hand und meinte, ich solle mich umgehend zu einer Psychotherapie anmelden.

Das tat ich dann auch. Ich habe gelernt, mit meiner Angst umzugehen. Meine Angst kontrolliert nicht mehr mich, ich kontrolliere sie.


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Wie ist das bei Ihnen? Wie lange leiden Sie schon unter Ihrer Agoraphobie?

Sehr viele Angstpatienten leiden jahrelang unter ihrer Angst, weil sie falsch behandelt werden.

Viele Hausärzte sind nämlich mit der Krankheit Agoraphobie nicht vertraut und können deshalb auch keine geeigneten Therapievorschläge machen.

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