Angst & Panik Beratung für Betroffene und Angehörige

Angst, etwas zu versäumen

Wie sich die Angst, etwas zu versäumen, äußert, und welche Probleme sich aus dieser Angst ergeben, erfahren Sie in diesem Video.

© Dr. Rolf Merkle, Diplom-Psychologe

Die Angst, etwas zu versäumen, lässt uns rastlos von einem Event zum nächsten hetzen.

Aus Angst, etwas zu verpassen, hetzen wir durch das Leben und versäumen durch unsere Eile gerade erst recht das Wesentliche, den Genuss und das Genießen.

Genießen heißt innehalten und spüren, was da ist. Genießen heißt dankbar sein für das, was wir haben.

Genießen heißt im Hier und Heute leben und in dem aufgehen, was man tut. 

Erst wenn wir genießen können, was da ist, wenn wir dankbar sein können, dann wird der unersättliche Hunger nach Leben gestillt und die Angst, etwas zu versäumen, geht.

Die Angst, etwas zu versäumen kann auch damit zu tun haben, dass wir Angst haben, etwas zu versäumen, was uns fehlen könnte und das wir nicht nachholen könnten, nach dem Motto: wenn man nicht ein Kind gezeugt, ein Haus gebaut und einen Baum gepflanzt hat, dann hat man nicht gelebt.

Oder man hat Angst, nicht mitreden zu können und ausgeschlossen zu sein, den Anschluss zu verpassen.

Wenn wir unseren Hunger nach Leben mit Materiellem und Konsum stillen, dann werden wir immer Angst haben, etwas zu versäumen, da Konsum und Materielles unsere emotionalen Bedürfnisse nicht auf Dauer stillen, sondern nur betäuben.

Konsum und Materielles geben unserem Leben keinen Sinn und wer keinen Sinn im Leben findet, ist stets unbefriedigt, sein Hunger wird nie gestillt, gleichgültig, wieviel er konsumiert.

Wer Angst hat, etwas zu versäumen, kann nicht innehalten, da er wie ein Süchtiger immer für den nächsten Schuss sorgen muss und er ständig in der Angst lebt, es könnte ihm der Stoff ausgehen.

Das erzeugt Stress, man fühlt sich gehetzt und ruhelos.

Das Problem bei der Angst, etwas zu versäumen

Wer Angst hat, etwas zu versäumen, startet aus der Position eines Mangels. Wir glauben, so wie wir sind, nicht zu genügen, oder aber sind überzeugt, dass wir unbedingt noch Vieles ausprobieren und erleben müssen.

In unserem Kopf haben wir eine endlose Liste von Aktivitäten, die wir abarbeiten wollen. Uns fehlen die Vorstellung und die Kriterien, wann wir genug haben.

Unsere Aufmerksamkeit ist nach außen gerichtet, über äußere Ereignisse wollen wir unser Selbstwertgefühl stärken und uns Zufriedenheit verschaffen.

Dadurch setzen wir uns gehörig unter Druck. Erledigen wir aber etwas unter Druck, können wir es nicht genießen.

Für den Genuss benötigen wir nämlich unsere volle Aufmerksamkeit und ausreichend Zeit.

Denken wir während der Aktivität zudem noch an die nächste Verpflichtung, der wir nachkommen wollen, sind wir noch weniger offen für die augenblicklichen Erfahrungen.

Da es in der heutigen Zeit ein Überangebot an Veranstaltungen und Festen gibt, müssen wir uns permanent zwischen einzelnen Angeboten entscheiden, und haben immer das Gefühl, vielleicht gerade das Falsche zu wählen.

Wir beklagen uns, nicht genügend Zeit zu haben und unter Stress zu stehen.

Wie mit der Angst, etwas zu versäumen, umgehen?

Was tun, wenn man ständig Angst hat, etwas zu versäumen? Davon handelt dieses Video.

Die Angst, etwas zu versäumen, entsteht in unserem Kopf. Und dort müssen wir auch ansetzen, wenn wir sie überwinden möchten.

Sinnvoll ist es, uns unsere Aktivitäten-Liste etwas genauer anzuschauen und zu prüfen:

Was gewinne und verliere ich durch die Aktivitäten? Tut mir wirklich gut oder brauche ich wirklich all das, was ich tun möchte?

Steht hinter der Angst, etwas zu versäumen vielleicht die Angst, im Leben keinen Sinn zu sehen? Ist das ruhelose Streben nach Abwechslung vielleicht eine Flucht vor der Angst, nichts mit mir anzufangen zu wissen?

Achten sollten wir dabei auch darauf, dass wir uns Zeit für alle bedeutungsvollen Bereiche unseres Lebens einplanen - das sind im Normalfall Beruf, Familie, Gesundheit und die Findung eines Sinns im Leben.

Lebensweisheit in der Geschichte: Was ist wichtig im Leben?

Ein Lehrer bringt zum Unterricht eine Reihe von Gegenständen mit: einen großen Blumentopf, Golfbälle, kleine Kieselsteine und Sand.

Er füllte den Blumentopf bis oben hin mit den Golfbällen und fragte die Schüler: "Ist der Topf voll?". Die Schüler bejahten dies.

Nun schüttete der Lehrer Kieselsteine in den Topf, bis diese alle Zwischenräume ausgefüllt hatten.

Wieder fragte er: "Ist der Topf nun voll?" Und wieder bejahten die Schüler dies.

Nun schüttete der Lehrer Sand in den Blumentopf, bis auch die kleinsten Hohlräume ausgefüllt waren.

"Nun", sagte der Lehrer, "der Blumentopf symbolisiert euer Leben.

Die Golfbälle stehen für die wirklich wichtigen Dinge im Leben, wie eure Gesundheit, eure Familie, eure Kinder, eure Freunde.

Wenn ihr nur diese Dinge hättet und alles andere verloren ginge, dann wärt ihr trotzdem noch sehr reich und euer Leben wäre erfüllt.

Die Kieselsteine stehen für die Dinge wie euer Haus, euer Auto, eure Arbeit.

Der Sand symbolisiert all die anderen Dinge wie etwa neue Kleider, Einrichtungsgegenstände, ein neues Handy, fernsehen.

Wenn Ihr den Blumentopf zuerst mit Sand füllt, dann ist für nichts anderes mehr Platz in ihm.

Dasselbe trifft auf euer Leben zu. Wenn ihr eure Energie und Zeit dafür aufwendet, Kleinigkeiten anzusammeln, dann habt ihr keinen Platz mehr für die wichtigen Dinge in eurem Leben und euer Leben wird nicht wirklich erfüllt sein.

Achtet also darauf, dass ihr eure Zeit und Energie zuerst für die wichtigen Dinge verwendet."


Wie geht es Ihnen? Womit haben Sie bisher Ihr Leben ausgefüllt, mit Sand oder mit Golfbällen?

Was war Ihnen bislang wichtig: Erfolg, Karriere, Anerkennung, Spaß, Konsum?

Wie sieht es mit Gesundheit und Fitness aus, wie mit Liebe und Begeisterung, Zeit für die Kinder, den Partner, die Freunde?

Schauen Sie immer mal wieder in Ihren Blumentopf und prüfen, ob er die Dinge enthält, die Ihnen wichtig sind.

Dann haben Sie weniger Angst, etwas zu versäumen, da Sie das Wichtigste bereits in Ihrem Topf haben. Alles Gute.

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