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Ratgeber Herzphobie

PDF Ratgeber von Dr. Doris Wolf für das Selbststudium bei einer Herzneurose-Herzphobie

Ratgeber Herzneurose

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Die Themen zur Herzneurose - Herzphobie

Herzphobie - Herzneurose Einleitung

Wie äußert sich eine Herzneurose?

Was begünstigt die Entstehung einer Herzneurose?

Wie wird eine Panikattacke bei einer Herzphobie ausgelöst?

Wie wird eine Herzphobie in einer Psychotherapie behandelt?

Wie kann ich als Partner/Angehöriger helfen?

Wie wird eine Herzneurose - Herzphobie behandelt?

Wenn es Ihnen wie den meisten Menschen mit einer Herzneurose geht, dann sind Sie überzeugt, eher ein organisches, als ein psychologisches Problem zu haben.

Ihre Überzeugung, dass hinter Ihren Herzsymptomen nur eine organische Ursache stecken kann, führt vielleicht dazu, dass Sie eine psychotherapeutische Behandlung gar nicht in Betracht ziehen. Das wäre schade: Denn wenn Sie unter einer Herzneurose leiden, dann kann Ihnen nur eine Psychotherapie helfen. Noch so häufige Arztbesuche und medizinische Untersuchungen werden Ihr Problem nicht lösen. Deshalb hoffe ich, dass Sie sich für eine Psychotherapie öffnen und sich so die Chance auf Heilung geben.

Was erwartet Sie in einer Psychotherapie?

Die Herzphobie wird am schnellsten und besten mit der Kognitiven Verhaltenstherapie behandelt. Die Psychotherapie kann ambulant erfolgen. Wer aber schon jahrelang unter einer Herzphobie leidet, benötigt meist einen stationären Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik.

Generelle Ziele der Therapie sind, dass Sie die Reaktionen Ihres Körpers verstehen lernen. Sie bekommen Informationen zur Funktionsweise des Herzkreislaufsystems, lernen die Zusammenhänge zwischen angstvollen Gedanken und Körperreaktionen kennen und erfahren, dass viele Ihrer Herzsymptome Reaktionen Ihres Körpers auf Stress und emotionale Probleme sind. Und Sie lernen, wieder Vertrauen zu ihrem Körper zu fassen, Ihre Schonhaltung und Meidung aufzugeben und Probleme und Konflikte zu lösen.

Zu Erreichung dieser generellen Ziele kommen unterschiedliche Strategien zum Einsatz so etwa kognitive Verfahren.

Sie erfahren, welchen Einfluss Ihre Gedanken auf Ihren Körper und Ihre Gefühle haben. Insbesondere werden Sie natürlich darüber sprechen, wie Sie durch angstvolle Gedanken die Angst in sich hervorrufen, wie Sie die Angst verstärken und wie Sie es vermeiden können, dass sich das Angstkarussell zu drehen beginnt. Sie erlernen nützliche Gedankenstrategien, um die Angst vor der Angst und den verdächtigen Herzsymptomen zu überwinden. Mit Ihrem Therapeuten überprüfen und korrigieren Sie angstauslösende Schlussfolgerungen wie z.B. dass Ihr Herzrasen ein Anzeichen für einen Herzinfarkt ist.

Ein weiterer Baustein der Therapie werden Verhaltensexperimente und Übungen sein. Diese zeigen Ihnen, wie Ihre Neigung, sich auf Ihr Herz und seine Tätigkeit zu konzentrieren, dazu führt, dass Sie Ihre Beschwerden verstärken. Sie lernen, wie Sie durch die Lenkung Ihrer Aufmerksamkeit von innen nach außen Ihr körperliches und seelisches Befinden positiv beeinflussen können.

Möglicherweise wird Ihr Therapeut mit Ihnen auch körperliche Übungen machen, in denen Ihr Herzkreislauf angeregt wird und Sie die Herzsymptome verspüren, vor denen Sie Angst haben. Sie sollen erleben, dass diese Symptome und die Angst auftauchen und auch wieder abklingen, ohne dass Ihnen etwas passiert. Und Ihr Therapeut wird Sie in diesem Zusammenhang sicherlich bitten, auf Ihre regelmäßigen Kontrollen, wie das Blutdruck- und Pulsmessen zu verzichten. Durch diese Kontrollen festigen und schüren Sie nämlich Ihre Angst.

Sicher wird Ihr Therapeut Ihnen auch ein Entspannungsverfahren wie etwa die Progressive Muskelentspannung oder eine Atemtechnik vermitteln. Über Atem- und Entspannungstechniken können Sie gezielt Ihre Angst und Stresssymptome abbauen.

Ein weiterer Baustein einer Therapie werden Stressbewältigungs- und Konfliktbewältigungsstrategien sein.

Wenn Sie organisch gesund sind, dann deuten Ihre Herzrythmusstörungen und Ihre Angst vor einem Herzversagen eher darauf hin, dass Sie persönliche, familiäre, partnerschaftliche oder berufliche Probleme haben, die Ihnen zusetzen und für die Sie keine Lösung finden.

Zusammen mit Ihrem Therapeuten schauen Sie, welche Probleme und Konflikte das sein könnten und Sie erarbeiten psychologische Strategien, um anders, als bisher, damit umzugehen. Wenn Sie sich z.B. ständig überfordern und immer Perfektion von sich erwarten, keine Grenzen setzen können und sich so seelisch und körperlich auspowern, dann lernen Sie, mehr auf sich, Ihre Bedürfnisse und was Ihnen gut tut, zu achten.

Ein wesentlicher Baustein Ihrer Therapie wird der Aufbau und die Stärkung Ihrer körperlichen Belastbarkeit sein. Da Sie, um Ihr Herz zu schonen, vermutlich längere Zeit körperlichen Betätigungen aus dem Weg gegangen sind, haben Sie körperlich stark abgebaut. Ihr Körper reagiert deshalb schon bei der kleinsten körperlichen Betätigung mit erhöhtem Puls und Blutdruck, Symptome, die für Sie Anlass sind, sich in Angst zu versetzen.

Deshalb wir Ihr Therapeut Ihnen sicher regelmäßige sportliche oder körperliche Betätigung verordnen, damit Sie und Ihr Körper wieder belastbarer und fitter werden.

Sollte man Medikamente nehmen?

Medikamente setzen nicht an der Ursache Ihrer Angst und Ihrer Herzneurose an. Dies tut nur eine Psychotherapie. Deshalb empfehle ich auch nicht die Einnahme von Medikamenten, allenfalls vorrübergehend, quasi um den Einsteig in eine Psychotherapie zu erleichtern.

Wir sind am Ende unserer Beitragsreihe über die Herzneurose angelangt. Sie können lernen, sich von Ihren sorgenvollen und ängstlichen Gedanken, die um Ihre Gesundheit und Ihr Herz kreisen, zu befreien. 

Wenn Sie unter einer Herzneurose leiden, d.h. Sie organisch gesund sind, dann nehmen Sie die Hilfe eines Psychotherapeuten in Anspruch. Sie haben ein psychologisches und kein medizinisches Problem. Es gibt Hilfe. Alles Gute für Sie.

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