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Alle Beiträge zur Angst vorm Rotwerden

Einleitung Angst vorm Erröten

Warum errötet man und hat Angst davor?

Symptome, die man bei der Angst vorm Erröten verspürt
Wie entsteht die Angst vorm Erröten?

Psychologische, medikamentöse und operative Behandlung der Angst vorm Rotwerden

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Psychologische Behandlung der Angst, zu erröten

Medikamentöse + operative Behandlung des Errötens

Angst vorm Erröten und Rotwerden - Behandlung

Wenn Sie sich für eine Therapie entschließen, dann empfehle ich Ihnen eine kognitive Verhaltenstherapie. Warum? Weil Ihre Angst vor dem Erröten von Ihrem Kopf, Ihrem Denken ausgeht, und genau da muss sie auch bekämpft werden.

Wenn Sie die Angst vor dem Erröten abbauen und verlieren möchten, dann müssen Sie an Ihren negativen und unangemessenen Bewertungen bezüglich des Errötens ansetzen. Ziel einer Therapie ist, dass Sie lernen, das Erröten nicht mehr als Katastrophe anzusehen, sondern als lästige, aber unbedrohliche Reaktion Ihres Körpers. Dann können Sie mit dem Erröten so selbstsicher und selbstbewusst umgehen, wie Angelika.

Abbildung Betroffene, die Angst hat, zu erröten

Ich werd immer noch schneller rot als andere, aber ich mach mir nicht mehr viel draus und seitdem ist es viel besser. Irgendwann hab ich angefangen, das Rotwerden direkt zum Thema zu machen. Wenn ich ein Referat halten muss und merke, dass ich rot werde, sage ich: "Ich muß jetzt mal was anderes sagen. Ich weiß, daß ich gerade rot wie eine Tomate bin, das hat nicht viel zu bedeuten. Ich hab das öfter und bei jeder Kleinigkeit. Mein vegetatives Nervensystem ist ziemlich hyperreaktiv. Ich bin halt so." Dann schnauf ich einmal durch und die Röte geht zurück. Ich hab nie erlebt, daß jemand das seltsam fand. Jetzt brauche ich auch das nicht mehr. Auch bei meinen Freunden hab ich das Rotwerden zum Thema gemacht. Wenn mir jemand ein Kompliment macht, lach ich und sag: "Jetzt sei bloß still, sonst werd ich rot, und ich hass es, rot zu werden" Oder ich fass mir ins Gesicht und sag "Ich werd grad rot, stimmt's? Ich schein wieder mal schmutzige Gedanken zu haben." Dabei lache ich und die anderen lachen auch.

Je selbstbewusster Sie mit dem Erröten umgehen können, umso gelassener können Sie darauf reagieren, d.h. umso weniger geraten Sie in Panik, wenn Sie feststellen, dass Sie gleich wieder erröten. Wir haben ja bereits gesagt, dass der Gedanke "Jetzt bloß nicht rot werden" erst recht zum Erröten führt, weil Sie dadurch bei sich Panik erzeugen. Je weniger Sie das Erröten als Katastrophe ansehen, umso seltener werden Sie erröten. Auf dieses Ziel werden Sie in der Therapie hinarbeiten.

Ein weiterer wichtiger Baustein der Therapie wird sein, dass Sie lernen, sich Schwächen und Fehler zuzugestehen und lernen, sich trotz Ihrer Fehler selbst anzunehmen. Sie lernen: Das, was ich von mir selbst denke, ist wichtiger, als das, was andere von mir denken. Angelika drückte es so aus:

Abbildung Betroffene, die Angst hat, zu erröten

Das Problem löste sich, als ich lernte, mich selbst so zu akzeptieren, wie ich bin. Was ist eigentlich so schlimm daran, rot zu werden? Ein Problem ist es nur, wenn man es selber dazu macht.

Wenn Sie das Erröten nicht mehr zum Problem machen, dann können Sie auf Bemerkungen Ihrer Mitmenschen wie "Du brauchst doch nicht rot zu werden", so reagieren: "Stimmt!! - das mache ich freiwillig" oder "Nein, ich brauche nicht, aber dann kommen meine blauen Augen besser zur Geltung", und dabei ein entwaffnendes Lächeln auf Ihre Lippen setzen. Oder Sie können auf Fragen wie "Warum wirst du denn rot?" mit "Wenn Du willst, kann ich das auch in Blau" antworten.

Auch wenn dieses Ziel momentan für Sie noch in weiter Ferne liegt, es ist erreichbar für Sie. Ihre Angst ist gelernt und deshalb können Sie diese auch wieder verlernen.

Vermutlich wird Ihr Therapeut Ihnen auch empfehlen, ein Entspannungsverfahren wie die Progressive Muskelentspannung zu erlernen. Diese Entspannungstechnik hilft Ihnen, die körperlichen Begleiterscheinungen Ihrer Angst zu reduzieren. Da Ihr Erröten eine Stressreaktion Ihres Körpers ist, werden Sie durch die Anwendung der Entspannung seltener erröten.

Gibt es Medikamente gegen das Erröten?

Immer wieder werde ich gefragt, ob man die Angst vor dem Rotwerden nicht durch Medikamente in den Griff bekommen könnte. Bis zu einem gewissen Maße geht das. Ich bin jedoch nicht dafür und das aus verschiedenen Gründen.

Zum einen kann kein Medikament die Ursachen unserer Angst beseitigen, nämlich unsere ängstlichen Gedanken. Wir haben weiterhin Angst vor Ablehnung oder Angst vor dem Erröten. Nur wir spüren die körperlichen Begleiterscheinungen der Angst weniger durch die Medikamente. Da Medikamente keine Angst heilen können, werden wir zum Sklaven der Medikamente. Ja, wir entwickeln eine neue Angst, nämlich die Medikamente abzusetzen und wieder einen Rückfall zu erleiden. Wir werden also psychisch von den Medikamenten abhängig.

Andererseits verhindern Medikamente, dass wir Vertrauen in uns und unsere Fähigkeiten entwickeln können. Wahres und hilfreiches Selbstvertrauen gewinnt man nur dadurch, dass man das tut, wovor man Angst hat, und erlebt, dass man damit umgehen kann.

Sollte man das Erröten operativ unterbinden?

Sie haben vielleicht schon einmal von einer Operation gehört, der sog. endoskopischen transthorakalen Sympathektomie. Das sympathische Nervensystem, ein Teil unseres vegetativen Nervensystem, steuert u.a. die Blutzufuhr zum Gesicht. Bei der Operation wird der sympathische Nerv, der die Blutzufuhr reguliert, durchtrennt oder abgeklemmt und damit das Erröten unterbunden.

Es mag zwar einfacher klingen, sich kurz mal unter das Messer zu legen, als selbst an sich zu arbeiten, aber als Psychotherapeut kann ich Ihnen diese Operation nicht empfehlen.

Erröten ist eine normale biologische Anpassungsreaktion unseres Körpers, lediglich unsere Angst ist unangemessen. Zur Überwindung von Angst gibt es viele wirksame Strategien, eine Operation gehört hierzu nicht.

Ein solcher Eingriff in unser sympathisches Nervensystem kann viele Nebenwirkungen haben, denn wir greifen nicht ungestraft in ein gut funktionierendes System ein. Da die Ursachen des Errötens nicht beseitigt werden, muss sich der Körper andere Wege suchen, den Temperaturanstieg auszugleichen.

Es kommt zum sog. Kompensatorischen Schwitzen, d.h. wir schwitzen verstärkt und zwar vor allem am Rumpf und an den Beinen. Wir bekommen trockene Hände und Augen, die Hände und Füße sind häufiger kalt. Die Thermoregulation des Körpers wird verändert. Manchmal treten Verdauungs- und Potenzprobleme auf. Bei der Operation kann zudem kein Erfolg garantiert werden und andere Nerven können die Funktion der durchtrennten Nerven übernehmen, so dass nach einiger Zeit alles wieder beim Alten ist.

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