Angst & Panik Beratung für Betroffene und Angehörige

Hypochondrie - Angst vor Krankheiten Symptome

Die Angst, an einer schweren Krankheit zu leiden, ohne dass diese Angst durch einen medizinischen Befund gestützt wird, ist das Merkmal der Hypochondrie.

Was versteht man unter der Krankheitsangst und welche Symptome verspüren Betroffene?

Ratgeber Angst vor Krankheiten (Hypochondrie)  für Betroffene

Ratgeber Angst vor Krankheiten

137 DIN A4 Seiten im PDF Format, Preis: EURO 14,80

Informationen zum Ratgeber

© Dr. Rolf Merkle, Diplom-Psychologe

Ein Betroffener sagte:
Ich sterbe jeden Tag mehrere Tode, weil ich ständig Angst habe, an einer tödlichen Krankheit zu leiden, sei es ein Schlaganfall, ein Herzinfarkt oder irgendeine Art von Krebs.

So ähnlich erleben viele Betroffene ihre Krankheit. Die Rede ist von der Hypochondrie, der übersteigerten und krankhaften Angst vor Krankheiten.

Die Angst oder Überzeugung, an einer schweren oder tödlichen Krankheit zu leiden, ohne dass diese Befürchtung durch einen medizinischen Befund gestützt wird, ist das Hauptmerkmal der Hypochondrie oder Krankheitsangst.

Wir alle kennen das. Es zwickt irgendwo und uns schießt der Gedanke durch den Kopf: "Hoffentlich werde ich nicht krank".

Wenn jemand in unserem Umfeld eine Erkältung hat und wir müssen niesen, dann denken wir vielleicht, wir haben uns angesteckt und es erwischt uns auch.

Dies beunruhigt uns jedoch nur kurz und wir sagen uns dann: Wenns mich erwischen soll, dann erwischt es mich halt. Kann man nichts machen.

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Wenn Sie wissen möchten, wie stark Ihre Angst vor Krankheiten ist, dann machen Sie den Angst vor Krankheiten Test.

Ganz anders denken, fühlen und verhalten sich Menschen bei einer übersteigerten Angst vor Krankheiten.

Die Betroffenen verspüren Kopfschmerzen und denken sofort an das Allerschlimmste, nämlich dass sie einen Gehirntumor haben.

Geschwollene Lymphknoten, Durchfall oder ein Muttermal sind in ihren Augen ein eindeutiger Hinweis auf Krebs.

Überhaupt haben die meisten Betroffenen Angst vor Krebs, was wohl damit zusammenhängt, dass Krebs die zweithäufigste Todesursache ist und es keine Möglichkeit gibt, sich davor zu schützen.

Aber auch Ängste vor einem Hirntumor, Herzinfarkt, Schlaganfall oder Aids kommen häufig vor.

Die Betroffenen verbringen täglich mehrere Stunden damit, ihren Körper auf verdächtige Krankheitshinweise abzutasten und abzusuchen.

In medizinischen Fachbüchern und im Internet suchen sie stundenlang nach ihren Beschwerden und welche Krankheiten dahinter stecken könnten.

Andere wiederum tun genau das Gegenteil: sie vermeiden Gesundheitssendungen und medizinische Informationen, aber auch Todesanzeigen. Nach dem Motto: Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß.

Manche Betroffene sind häufig bei Ärzten, wechseln ihre Ärzte immer wieder oder dringen auf immer aufwändigere medizinische Untersuchungen.

Dass die Ärzte keine Krankheiten diagnostizieren können, beruhigt sie nur kurz.

Schließlich hört man ja immer wieder, dass Ärzte Krankheiten übersehen und Fehldiagnosen fällen.

Also ist man vielleicht doch schwer krank und das Misstrauen ist berechtigt?

Andere Betroffene meiden Ärzte, weil sie Angst haben, der Arzt könnte ihnen mitteilen, dass sie nur noch kurze Zeit zu leben haben.

Folgen der Angst vor Krankheiten

Dadurch, dass Betroffene so stark mit ihren Befürchtungen beschäftigt sind, ist ihre berufliche Leistungsfähigkeit einschränkt und sie werden häufig krankgeschrieben.

Mit ihrer Angst vor Krankheiten stellen Betroffene die Geduld ihrer Angehörigen und Freunde auf eine harte Probe. 

Da sie sich selbst nicht beruhigen können, rückversichern sie sich immer wieder bei ihren Angehörigen, dass sie nicht ernsthaft krank sind.

Es kommt zu Konflikten, weil sie immer nur über ihre vermeintlichen Krankheiten reden oder Rücksichtsnahme auf ihre Erkrankung erwarten.

Nicht nur, dass die Betroffenen die Angehörigen oft mit ihren Ängsten nerven, sie übertragen ihre Angst auch auf diese.

Wenn sie bei sich selbst nichts finden, dann befürchten sie, der Partner oder die Kinder könnten ernstlich erkranken und sterben.

Die Betroffenen schränken meist auch ihre Freizeitaktivitäten stark ein, verzichten auf Sport und körperliche Betätigungen.

Gleichzeitig führen die permanente Angst und die Sorgen zu starker körperlicher Anspannung und Verspannung, Unruhe, Schlafstörungen und anderen vegetativ bedingten Beschwerden.

Ja, Betroffene können sich so sehr in ihre Angst vor Krankheiten hineinsteigern, dass sie Panikanfälle bekommen.

Anita, eine Betroffene, erzählt:

Klientin mit Angst vor Krankheiten (Hypochondrie)

Ich habe vor allem wahnsinnige Angst vor Multipler Sklerose. Ich kann an nichts anderes mehr denken. Die Gedanken fressen mich auf.

Mein Körper spinnt jeden Tag aufs Neue, so dass ich immer wieder darin bestärkt werde, Multiple Sklerose zu haben.

Neulich wurde ich Nachts wach und hatte ein Taubheitsgefühl in der linken Körperhälfte. Mein Herz raste, ich war total nassgeschwitzt. Ich stellte mir immer wieder die Multiple Sklerose vor und bekam eine Panikattacke.

Viele Betroffene, die unter der übersteigerten Angst vor Krankheiten leiden, bekommen Panikattacken, wenn sie sich vorstellen, an einer schweren Krankheit zu leiden.

Das ist verständlich. Wenn wir überzeugt sind, aufgrund bestimmter Symptome einen Herzinfarkt, eine Lungenembolie oder einen Schlaganfall zu bekommen, wenn wir denken, "Jetzt ist alles aus", dann sorgen diese Panikgedanken dafür, dass wir in Panik geraten.

Von der Wahrnehmung der vermeintlich lebensbedrohlichen Symptome wie Herzstolpern oder Kopfschmerzen bis zum Einsetzen der Panikgefühle vergehen meist nur Sekunden oder Bruchteile von Sekunden.

Die Panikgefühle werden von zum Teil heftigen Körperreaktionen begleitet wie Herzrasen, Atemnot, kalte Hände und dem Gefühl, gleich umzukippen.

Den Betroffenen ist bewusst, dass sie überreagieren. Sie schämen sich zum Arzt zu gehen, weil sie denken, diesen zu nerven und finden es peinlich, von diesem zum x-ten Mal zu hören, dass ihre Sorgen um ihre Gesundheit unbegründet und sie gesund sind.

Da den Betroffenen meist wenig Verständnis von der Umwelt entgegengebracht wird, sie sich für ihre Krankheitsängste schämen, gleichzeitig sich davon aber nicht befreien können und sich ihren Krankheitsängsten ausgeliefert fühlen, entwickeln sie nicht selten Depressionen und ziehen sich von der Umwelt zurück.

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