Angst & Panik Beratung für Betroffene und Angehörige

Angst vor Veränderung

Veränderungen machen keine Angst. Wir haben nur dann Angst vor Veränderungen, wenn wir denken, diese nicht bewältigen zu können, wenn wir diese als Bedrohung ansehen und uns schwach oder hilflos fühlen. Dieses Video zeigt, wie man mit dieser Angst umgehen kann.

© Dr. Doris Wolf, Diplom-Psychologin

Alles ist im Wandel und das ständig. Wir verändern uns, unsere Mitmenschen ändern sich, unsere Lebensbedingungen, die Arbeitswelt, die Technik, mit der wir uns umgeben, das Klima und die Gesetze.

Alles ist im Fluss, alles verändert sich ständig.

Wir müssen lernen, mit diesen Veränderungen umzugehen und Schritt zu halten.

Wenn wir unser Leben aktiv und abwechslungsreich gestalten möchten, dann müssen wir selbst immer wieder Änderungen im Privaten oder im Beruf vornehmen.

Manche Veränderungen sind vorhersehbar und so können wir uns auf sie einstellen. Andere Veränderungen kommen unerwartet, so dass sie uns unvorbereitet treffen.

Woher kommt die Angst vor Veränderung?

Veränderungen als solche machen keine Angst. Wir haben nur dann Angst vor Veränderungen, wenn wir sie als Bedrohung sehen und uns schwach oder hilflos fühlen, uns also nicht zutrauen, mit dem Neuen und Unbekannten umgehen zu können.

D.h., schätzen wir unsere Fähigkeiten, mit neuen Situationen umzugehen, als gering ein oder überschätzen die tatsächlichen Gefahren, die auf uns zukommen könnten, dann haben wir Angst vor Veränderungen.

Wenn uns unsere Eltern alles abgenommen haben, wenn wir bemuttert und in Watte gepackt wurden und nie etwas selbst entscheiden und dafür die Verantwortung tragen mussten, andere uns immer gesagt haben, wo es lang geht und was zu tun ist, dann haben wir nicht gelernt, selbständig zu denken und zu handeln.

Dann wissen wir nicht, was es heißt, Probleme zu haben und diese zu lösen.

Dann werden wir nicht vor Entscheidungen gestellt und erfahren so auch nie, was es heißt, eine falsche Entscheidung zu treffen und damit umgehen zu müssen.

Dann entwickeln wir kein Selbstvertrauen und dann kommt schnell die Angst auf, Veränderungen nicht bewältigen zu können.

So gelingen Veränderungen. Wie mit der Angst vor Veränderung umgehen?

Wie würden Sie sich fühlen, wenn Sie überzeugt wären, dass Sie mit jedem Problem fertig werden können, ja dass Veränderungen auch ihr Gutes haben und Ihr Leben bereichern können?

Sie hätten sicher keine Angst vor Veränderungen, richtig?

Wenn wir uns schwach oder überfordert fühlen, mit Neuem umzugehen, dann müssen wir lernen, unser Vertrauen in unsere Fähigkeiten zu stärken.

Dann können wir Veränderungen als Chancen und Herausforderungen annehmen.

Luise Rinser drückte diese Tatsache so aus:

Krisen sind Angebote des Lebens, sich zu wandeln. Man braucht noch nicht zu wissen, was neu werden soll. Man muss nur bereit und zuversichtlich sein.

Zuversichtlich kann man nur mit einer guten und gesunden Portion Selbstvertrauen sein!

Wie Sie Ihr Vertrauen in sich stärken & zuversichtlicher werden.

TIPP 1: Üben Sie, sich eine positive Haltung gegenüber Problemen anzueignen, derart: Es gibt für fast alles eine Lösung. Wenn ich diese nicht kenne, dann kann ich mich schlau machen. Es gibt für alles Experten. Ich muss nicht alles wissen.

Mit anderen Worten: eignen Sie sich die Einstellung erfolgreicher Menschen an.

TIPP 2: Eine Möglichkeit, Ihr Selbstvertrauen zu stärken, ist sich vergangene Erfahrungen bewusst zu machen, bei denen Sie erfolgreich mit einer neuen Situation umgegangen sind. Die gibt es, auch wenn Ihnen spontan vielleicht keine einfallen.

So haben Sie z.B. in Ihrem Leben schon viele Prüfungen erfolgreich hinter sich gebracht.

Gehen Sie in Ihrem Leben zurück und überlegen, welche großen und kleinen Probleme Sie bereits gelöst haben, welche Veränderungen in Ihrem Leben Sie gemeistert haben. Diese Erfolge stärken Ihr Selbstvertrauen.

Machen Sie sich also eine Liste. Und seien Sie nicht allzu kritisch mit sich, indem Sie sich einreden, dieses oder jenes sei doch nichts Besonderes gewesen, was Sie da geleistet oder erreicht haben.

TIPP 3: Eine andere Möglichkeit ist die, dass Sie einmal nachschauen, bei welchen Veränderungen in Ihrem Leben Sie hinterher besser dastanden, als vorher. 

Oft ist es nämlich so, dass sich unser Leben zum Besseren wendet, wenn wir gezwungen sind, uns neuen Situationen zu stellen.

Oftmals ist es so, dass wir aus Bequemlichkeit oder Angst nichts an einer Situation ändern, mit der wir nicht 100-prozentig zufrieden sind.

Werden wir jedoch vor vollendete Tatsachen gestellt, dann müssen wir handeln und das kommt uns oft zugute.

Schauen Sie also mal nach Wendepunkten in Ihrem Leben und überlegen, was Ihnen diese an Vorteilen gebracht haben.

Veränderungen haben auch ihre guten Seiten.

Schauen Sie sich die 2 Weisheiten zum Glück im Unglück an. Ein scheinbares Unglück kann sich auch als Glück herausstellen.

TIPP 4: Und schließlich ist es ganz wichtig, dass Sie mehr Ihre Gefühle steuern lernen. Wenn Sie sich von Ihren Gefühlen lähmen lassen, weil Sie glauben, keinen Einfluss auf diese zu haben, dann fühlen Sie sich häufig hilflos und das macht Angst.

Sie können lernen, Ihre Gefühle zu beeinflussen und diese zu steuern. Mehr dazu in dem Beitrag Gefühle - wie sie entstehen und wie wir sie beeinflussen können.

Ich wünsche Ihnen die Kraft, dem Unabänderlichen, den Veränderungen in Ihrem Leben, mit mehr Mut und Gelassenheit entgegen zu sehen. Alles Gute für Sie.

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