Angst & Panik Beratung für Betroffene und Angehörige

Angst vorm Leben

Wie zeigt sich die Lebensangst? Wie entwickelt sich eine Lebensangst? Wie Sie Ihre Lebensangst abbauen können - das sind die Themen des Videos.

© Dr. Doris Wolf, Diplom-Psychologin

Für Menschen mit einer generellen Lebensangst ist das Leben, ihr Alltag, eine einzige Bedrohung. Wohin sie auch blicken, überall sehen sie Gefahren und haben Angst.

Gleichzeitig sind sie der Überzeugung, diesen Gefahren nicht gewachsen zu sein. Zu leben bedeutet für sie, Angst zu haben, die Verantwortung für ihr Verhalten nicht tragen zu können, nur noch Fehler zu machen, von allen abgelehnt und verletzt zu werden, hilflos zu sein.

Diese Angst vorm Leben kann in Suchtverhalten, Depressionen, psychosomatische Erkrankungen oder Selbstmordgedanken münden.

Wie sich eine Lebensangst entwickelt

Eine Lebensangst kann sich in allen Lebensphasen entwickeln. Sie hat ihren Ursprung in einem nicht entwickelten oder zerstörten Urvertrauen.

Unser Urvertrauen entsteht in unserer Kindheit. Die ersten Lebensjahre bestimmen maßgeblich, welche Einstellungen wir uns, anderen und der Welt gegenüber entwickeln.

Indem unsere Eltern oder andere wichtige Bezugspersonen uns liebevoll umsorgen und da sind, wenn wir Zuwendung, Geborgenheit, Trost oder Ermutigung benötigen, legen sie die Grundlage für unser Vertrauen und unsere innere Sicherheit.

Unsere Eltern sind uns auch Modell dafür, wie wir Probleme lösen, wie wir mit Enttäuschung und Misserfolg umgehen können. 

Wenn sie uns schrittweise an neue Aufgaben heranführen, uns dabei nicht überfordern und uns unterstützen, lernen wir uns selbst zu vertrauen.

Wir entwickeln die Einstellung: "Ich bin fähig. Ich kann mit dem umgehen, was auf mich zukommt." Wir verfügen über eine gute Resilienz.

Umgekehrt führen Lieblosigkeit, Nichtbeachtung und Vernachlässigung dazu, dass wir an uns zweifeln und uns schwach und hilflos fühlen.

Wir entwickeln die Einstellung: Ich kann niemandem trauen. Ich bin schwach. Die Welt ist ein gefährlicher Ort.

Auch traumatische Erfahrungen wie z.B. sexueller Missbrauch, ein alkoholabhängiger Elternteil oder der frühe Verlust einer Bezugsperson können uns zu der Überzeugung kommen lassen, dass das Leben immer mit Schmerz verbunden ist und wir anderen oder den Umständen ausgeliefert sind.

Im Erwachsenenalter kann die Lebensangst in einer Krisensituation z.B. in Verbindung mit einer Trennung, einem Todesfall oder einer Entlassung entstehen.

Auch andauernde Überforderung, Mobbing oder Ausgrenzung können uns so zermürben, dass wir nur noch Angst empfinden.

Wir haben dann das Gefühl, nichts mehr im Leben geregelt zu bekommen und dem Leben ausgeliefert zu sein.

Wie mit einer Lebensangst umgehen?

Wenn unsere Lebensangst schon lange besteht, dann ist eine Psychotherapie sehr hilfreich.

Es könnte nämlich sein, dass wir gar nicht mehr genau sagen können, wovor wir eigentlich Angst  haben. Dies müssen wir erst zusammen mit dem Therapeuten herausfinden.

Zusammen mit dem Therapeuten werden wir unsere Überzeugungen hinterfragen, dass die Welt ein gefährlicher Ort ist und wir den Bedrohungen nicht gewachsen sind.

Wir lernen das Vertrauen in uns zu stärken, mit dem Leben und seinen Problemen fertig werden zu können.

Wir eignen uns Problemlösestrategien an und erfahren so, dass wir Einflussmöglichkeiten haben.

Ein wichtiger Bestandteil der Therapie wird sicherlich sein, dass wir lernen, mit unseren Gefühlen umzugehen.

Wir lernen, dass wir unseren Gefühlen nicht ausgeliefert sind, sondern Einfluss auf sie haben. Wir befreien uns so aus der Opferrolle.

Indem wir lernen, unsere Gefühle zu beeinflussen, fühlen wir uns sicherer im Umgang mit anderen Menschen und Problemen.

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