Angst & Panik Beratung für Betroffene und Angehörige

Herzneurose Herzphobie

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Was ist eine Herzphobie? Welche Auswirkungen hat eine Herzneurose auf das Leben der Betroffenen und Angehörigen? Antwort gibt dieses Video.

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Ratgeber Herzneurose

149 DIN A4 Seiten im PDF Format, Preis: EURO 14,80

Informationen zum Ratgeber

© Dr. Rolf Merkle, Diplom-Psychologe

Unser Herz ist ein natürlicher Motor mit einer unglaublichen Laufleistung. Es schlägt etwa 2,5-millardenmal im Laufe eines 70-jährigen Lebens und in dieser Zeit transportiert es etwa 400 Millionen Liter Blut durch den Körper. Was für eine Leistung!

In der Regel vertrauen wir darauf, dass die Leistungsfähigkeit unseres Herzens uns bis ins hohe Alter erhalten bleibt.

Es gibt jedoch nicht wenige Menschen, die kein Vertrauen in die Leistungsfähigkeit ihres Herzens haben.

Sie befürchten in jungen Jahren, es könnte sie im Stich lassen. Die Rede ist von Menschen, die unter einer Herzphobie leiden.

Synonyme: Herzangst, Herzneurose, Cardiophobie, funktionelles kardiovaskuläres Syndrom, vasomotorische Neurose, Herzphobie, Effort-Syndrom, Da Costa-Syndrom.

Nur noch selten wird für die Herzphobie der Begriff Da Costa Syndrom verwendet - so benannt nach einem amerikanischen Chirugen aus dem 19. Jahrhundert.

Wie äußert sich eine Herzphobie?

Wer unter einer Herzphobie leidet, bewertet harmlose und normale Veränderungen seines Herz-Kreislaufsystems, wie etwa ein leichtes Herzstechen oder ein Herzstolpern, als Hinweis für einen drohenden Infarkt und ein Versagen seines Herzens.

Durch die Bewertung dieser normalen Symptome als lebensgefährlich, kommt es zu angst- und panikartigen Anfällen, die von den typischen körperlichen Angstreaktionen wie Schweißausbrüche, Herzrasen, Atemnot und Anstieg des Blutdrucks begleitet werden.

Die Betroffenen fühlen sich nun erst recht bestätigt, dass ihr Herz zu versagen droht.

Die Angst wird zur Panik und es ist ein Teufelskreis aus immer stärker werden Symptomen, der Bewertung dieser Symptome als drohenden Herzinfarkt und Panikgefühlen entstanden.

Aus Angst vor einem Herzversagen beobachten die Betroffenen ständig ihr Herz, kontrollieren viele Male am Tag ihren Blutdruck, alarmieren häufig den Notarzt und unterziehen sich vielen medizinischen Untersuchungen.

Den ärztlichen Untersuchungsergebnissen misstrauen sie. Nach kurzfristiger Beruhigung durch den Arzt lassen sie sich erneut von ihren Symptomen verunsichern.

Da an Herzphobie leidende ständig mit einer weiteren Attacke rechnen, entwickeln sie eine Angst vor den vermeindlich bedrohlichen Herzbeschwerden und den damit verbundenen Angstgefühlen und Herzbeschwerden.

Auswirkungen einer Herzphobie

Um ihr vermeintlich schwaches Herz zu schonen, meiden Betroffene seelische und körperliche Belastungen. Sie gehen Konflikten in Beruf und Familie aus dem Weg und meiden körperliche Betätigungen wie Fahrradfahren oder Rasenmähen.

Ihre körperliche Schonhaltung führt dazu, dass sie körperlich immer weniger belastbar sind.

Schon kleinste Betätigungen wie das Treppensteigen lässt sie außer Atem kommen und ihr Herz schneller schlagen - was in ihren Augen ein Beweis mehr ist, dass ihr Herz nicht in Ordnung ist.

Durch die Angst und die Schonhaltung kommt es zu einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität und zu familiären und beruflichen Konflikten.

Michael, ein Betroffener, beschreibt seine Situation so:

Betroffener Herzphobie

Ich war geschäftlich immer viel unterwegs, mein Alltag war etwas hektisch, aber im Großen und Ganzen machte mir mein Körper keine Sorgen. Doch eines Tages bei einer Fahrzeugkontrolle der Polizei, wurde mir mulmig, kalter Schweiß brach aus und mein Puls begann zu rasen.

Sofort dachte ich an Herzinfarkt und dass mein letztes Stündlein geschlagen hat. Mit Riesentamtam und Notarztwagen wurde ich in die nächste Klinik eingeliefert. Da wurde ich dann gründlich auf den Kopf gestellt – ohne Befund.

Von da an  war nichts mehr in meinem Leben, wie es mal war. Mein Vertrauen war einfach weg. Ständig hörte ich in mich hinein, ob mein Herz  noch normal schlägt. Sofort kaufte ich mir ein Blutdruckmessgerät, das ich dann immer mit mir herumtrug. So hoffte ich, noch rechtzeitig vor einem Infarkt gewarnt zu werden.

Immer wieder mal hatte ich Schweißausbrüche, Herzstolpern und eine Unruhe in mir. Beruflich drückte ich mich, so gut es ging, vor weiten Reisen, gönnte mir auch mehr Ruhe.

Dafür hatte ich mit meiner Frau viele Konflikte. Sie wollte einfach nicht einsehen, dass ich ein Herzproblem hatte und vieles nicht mehr mit ihr unternehmen konnte. Sie drohte mir schließlich mit Scheidung.

Und dann kam ein halbes Jahr später wieder so ein Anfall mit Schwindel, rasendem Puls und Schweißausbruch. Ich hatte Todesangst.

Und wieder die ganze Latte - Notarzt, Klinik, Untersuchungen und Entwarnung. Ich konnte den Ärzten einfach nicht glauben, dass nichts ist, bei den Beschwerden, die ich hatte.

Geht es Ihnen ähnlich wie Michael? Hören auch Sie ständig ängstlich und besorgt in sich hinein, um frühzeitig Hinweise für einen drohenden Infarkt erkennen zu können?

Geraten Sie leicht in Panik, wenn Ihr Herz mal schneller schlägt oder Sie ein Druckgefühl in der Herzgegend verspüren?

Beruhigen Sie die Aussagen von Ärzten nicht, dass mit Ihrem Herz alles in Ordnung ist? Meiden Sie Situationen, in denen keine schnelle medizinische Hilfe möglich wäre?

Dann leiden Sie wahrscheinlich an einer Herzphobie.


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