Angst & Panik Beratung für Betroffene und Angehörige

Nein sagen ohne schlechtes Gewissen

Nein sagen lernen beginnt damit, dass Sie sich die Erlaubnis dazu geben. Wie Sie lernen können, häufiger Nein zu sagen, das erfahren Sie in diesem Video.

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Ratgeber Angst, nein zu sagen, überwinden

132 DIN A4 Seiten im PDF Format, Preis: EURO 14,80

Informationen zum Ratgeber

© Dr. Rolf Merkle, Diplom-Psychologe

Die Erfahrungen unserer Kindheit haben uns geprägt. Diese wirken auch heute noch in uns in Form von Einstellungen zu uns und den Mitmenschen weiter.

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In Bezug auf das Nicht-Nein-Sagen-Können haben wir 6 Einstellungen entwickelt, die uns heute immer wieder verleiten, Ja zu sagen, obwohl wir eigentlich Nein sagen möchten. Schauen wir uns diese an.

Einstellung 1 lautet: Ich bin nicht wichtig, ich bin nicht in Ordnung und deshalb habe ich nicht die gleichen Rechte wie andere.

Wenn wir diese Einstellung haben, dann trauen wir uns nicht, für unsere Rechte und Bedürfnisse zu kämpfen. Wir lassen den anderen den Vortritt, da wir andere für wichtiger halten.

Einstellung 2 lautet: Ich brauche die Anerkennung der anderen. Wenn diese mich ablehnen, dann wäre das schrecklich. Das könnte ich nicht ertragen.

Mit dieser Einstellung tun wir alles, um die Anerkennung der anderen zu bekommen und zu erhalten. Wir stellen die Meinung und die Bedürfnisse anderer über die unsrigen.

Einstellung 3 lautet: Ich bin verantwortlich für die Gefühle der anderen. Wenn ich nein sage, bin ich schuld, wenn es den anderen schlecht geht.

Wenn wir glauben, anderen schlechte Gefühle machen zu können oder daran Schuld zu haben, wenn es diesen schlecht geht, dann ist es verständlich, das wir alles tun, damit das nicht passiert. Außerdem können uns andere manipulieren, indem sie uns suggerieren, wir seien schuld, dass es ihnen schlecht geht.

Einstellung 4 lautet: Wenn ich Nein sage, bin ich egoistisch und das ist furchtbar.

Mit dieser Einstellung schränken wir unseren Handlungsspielraum dramatisch ein. Egoistisch sind im Grunde genommen alle Menschen, auch diejenigen, die uns vorwerfen, egoistisch zu sein.

Werfen uns andere vor, wir seien egoistisch, dann sagen diese das nur, weil sie durch unser Nein nicht das bekommen, was sie wollen und sie hoffen, wir bekommen Schuldgefühle und überlegen uns unser Nein nochmal.

Auch wenn Sie Ja sagen, obwohl Sie Nein sagen möchten, sind Sie egoistisch!

Warum? Weil Sie sich dann durch Ihr Ja die Zuneigung und Gunst des anderen erkaufen wollen. Sie sagen Ja, um des lieben Friedens willen, um gut dazustehen und um vom anderen nicht abgelehnt zu werden. Sie denken nur an Ihr Seelenheil.

Einstellung 5 lautet: Wenn ich Nein sage, wird es zu einem Streit kommen, bei dem ich mich nicht wehren kann. Das kann ich nicht aushalten.

Wenn wir die Einstellung haben, dass wir zu schwach sind, uns gegen andere zu behaupten, dann ist es verständlich, wenn wir unsere Wünsche zurückstellen und kleinbeigeben.

Einstellung 6 lautet: Wenn ich Nein sage, dann wird es vielleicht Konflikte geben und die Beziehung wäre zerstört. Das könnte ich nicht ertragen.

Mit einer solchen Einstellung, opfern wir unsere Bedürfnisse der vermeintlichen Harmonie. Wir übersehen, dass stattdessen unser inneres Gleichgewicht und die positivem Gefühle dem anderen gegenüber gestört sind.

Kennen Sie einige dieser Einstellungen auch von sich? Ganz sicherlich. Schauen wir uns an, worauf es ankommt, wenn Sie lernen möchten, öfters Nein zu sagen.

Wie lernen, ohne schlechtes Gewissen Nein zu sagen?

Nein-Sagen beginnt wie jede Veränderung in unserem Kopf. Bevor wir in einer Situation tatsächlich Nein sagen können, müssen wir uns zuerst innerlich die Erlaubnis dafür geben.

Sie haben richtig gehört. Wir müssen uns erst mal die Erlaubnis geben, Nein sagen zu dürfen. Solange wir nämlich glauben, uns stehe es nicht zu, Nein sagen zu dürfen, solange tun wir uns schwer damit.

Und warum könnten Sie glauben, es stehe Ihnen nicht zu, Nein zu sagen? Weil Sie vielleicht denken: Ich bin nicht so wichtig. Die anderen und deren Bedürfnisse sind wichtiger.

In diesem Fall müssen sich also zunächst einmal selbst davon überzeugen, dass Sie genauso wichtig sind wie jeder andere.

Sie müssen überzeugt sein, dass Sie es verdienen und es Ihr gutes Recht ist, dass es Ihnen gut geht und ebenso wie andere ein Recht darauf haben, Wünsche und Bedürfnisse zu äußern.

Der nächste Schritt besteht darin, dass Sie die negativen Einstellungen überwinden, die Sie immer wieder zum Nein-Sagen verleiten.

Ein ganz wichtiges Thema ist hier die Angst vor Ablehnung. Je mehr Angst vor Ablehnung Sie haben, umso schwerer fällt Ihnen das Nein-Sagen.

Es gilt also an Ihrer Angst vor Ablehnung zu arbeiten und diese zu überwinden.

Schauen Sie sich die Beiträge zum Thema Angst vor Ablehnung und Angst vor Kritik an.

Die Angst vor Ablehnung hängt eng mit unserem Selbstwert und Selbstwertgefühl zusammen. Je mehr wir uns ablehnen, umso mehr Angst vor Ablehnung haben wir!

Es gilt also auch an Ihrem Selbstwert und Selbstwertgefühl zu arbeiten.

In dem Maße, in dem Sie sich annehmen lernen, wird es Ihnen leichter fallen, Nein zu sagen!

Wie ein Nein formulieren?

1. Schauen Sie dem anderen in die Augen, wenn Sie Nein sagen.

2. Sagen Sie in einem freundlichen, Vorsicht!, nicht entschuldigendem, Ton: Das will ich nicht. Das mache ich nicht. Das möchte ich nicht. Sie können eine kurze Begründung anfügen, müssen aber nicht.

Auf keinen Fall langatmige Erklärungen oder gar Entschuldigungen abgeben, warum Sie Nein sagen. Das schwächt die Kraft Ihres Neins!

3. Unterstützen Sie Ihr Nein durch Ihre Körpersprache: Schütteln Sie den Kopf, machen Sie eine abwehrende Handbewegung.

Wenn Sie nach Ihrem Nein Schuldgefühle haben - was am Anfang wahrscheinlich der Fall ist, dann machen Sie sich klar: Ich habe das Recht Nein zu sagen, wenn es mir wichtig ist. Ich darf egoistisch sein und Rücksicht auf meine Bedürfnisse nehmen.

Schauen Sie mal in den Ratgeber Selbstbewusstsein stärken, wenn Sie Ihr Selbstbewusstsein trainieren und Selbstbewusstsein ausstrahlen möchten.

Wenn Sie ein schlechtes Gewissen beim Neinsagen haben, dann schauen Sie mal in den Beitrag schlechtes Gewissen.

Ich wünsche Ihnen alles Gute und drücke Ihnen die Daumen, dass es Ihnen bald gelingt, öfters Nein zu sagen und mehr auf Ihre Bedürfnisse zu achten.

Lernen Sie, sich und Ihre Bedürfnisse für ebenso wichtig zu nehmen, wie die der anderen. Das ist Ihr gutes Recht. Alles Gute für Sie.

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